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Kino-Tipp

Blade Runner 2049

5. Oktober 2017

Vor 35 Jahren avancierte ein Film über menschengleiche Wesen, halb Roboter, halb Mensch zum Kultfilm. "Blade Runner" von Ridley Scott. Harrison Ford spielte damals einen Polizisten, der diese Kreaturen umbringen musste. Die Geschichte wird nun im Kino fortgesetzt. In "Blade Runner 2049" sind die Konturen zwischen menschlicher Identität und artifizieller Existenz noch weiter verwischt.

Filmplakat: Blade Runner 2049 [Quelle: Sony Pictures]
Blade Runner 2049 [Quelle: Sony Pictures]

Jürgen Francke stellt "Blade Runner 2049" vor.

Blade Runner 2049 [3:39 Minuten]

Lebensfeindliche Umwelt

Die Westküste der USA in gut dreißig Jahren. Der Welt wird keine Hochglanz-Zukunft beschert sein, so viel ist klar. Im Jahr 2049 sieht Los Angeles aus wie ein riesiger, dunkler Moloch. Die Ökosysteme sind zusammengebrochen, alle ernähren sich von synthetischen Lebensmitteln. San Diego ist komplett zu einer Müllhalde verkommen und Las Vegas ist nur noch eine radioaktiv verseuchte Ruine. Die Umwelt ist also noch lebensfeindlicher geworden als 2019, dem Jahr, in dem der erste "Blade Runner"-Film spielt.

Starker Sound

Der manchmal brutal hämmernde, dann elegische Soundtrack von "Blade Runner 2049", diesmal von Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch komponiert, erinnert stark an die Musik von Vangelis aus dem ersten Teil. Die brillant fotografierte Zukunftsgeschichte handelt von einem Polizisten, er heißt nur "K", der versprengte, menschenähnliche Roboter eliminieren soll.

Mit dabei: Ryan Gosling

In "Blade Runner 2049" ist von vornherein klar, dass der stets steingesichtige K, gespielt von Ryan Gosling, selbst ein sogenannter Replikant, eine Art Menschmaschine, ist. Im Gegensatz zur alten Roboter-Generation, die Gefühle entwickelt hatte und daraus humane Bedürfnisse und Forderungen ableitete, hat die neue Generation ihr künstliches Dasein akzeptiert. Sie ist so programmiert. Die wenigen verbliebenen Menschen, die Mächtigen in der Gesellschaft, sorgen mit eiserner Hand für die Einhaltung dieses Postulats.

Einen Schritt weiter...

Der Film "Blade Runner 2049" des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve geht inhaltlich und philosophisch einen Schritt weiter, als der Vorgänger-Film von Regisseur Ridley Scott aus dem Jahr 1982. Aus der Fragestellung: Was macht einen Menschen aus?, entwickelt sich im neuen Film die Frage: Wie werde ich zu einem Menschen? Mögliche Antworten werden detektivisch angegangen. Der im wahrsten Sinne des Wortes gewissenlose Blade Runner K sucht und findet den 30 Jahre lang verschollenen Ex-Kollegen Deckart, wieder verkörpert von Harrison Ford.

Bildgewaltig

Der insgesamt zweidreiviertel Stunden lange Film ist an Bildgewalt kaum zu übertreffen. Das Licht- und Schattenspiel der imposanten Innenräume, die langen Kamerafahrten durch Gebäudeschluchten oder die dystopischen Eindrücke von kahlen, vermüllten Anti-Landschaften wirken, so bedrohlich sie sind, wie gemalt. Die grundlegenden Fragen des Films nach wahrer Identität und "woher kommen Gefühle und wer oder was kann Liebe empfinden", sie sind überlagert von einem rauschhaften Seherlebnis. So etwas funktioniert nur auf der großen Kinoleinwand.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. Oktober, 14:10 Uhr

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