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Die Morgenandacht

Aschermittwoch

14. Februar 2018, 5:53 Uhr

Klaus Priesmeier [Quelle: Klaus Priesmeier]
Klaus Priesmeier, Superintendent [Quelle: Klaus Priesmeier]

Aschermittwoch ist heute. Staub und Asche sein. Trocken. Bläst der Wind hinein, bist du nicht mehr da und deine Reste verteilen sich über den Erdboden… Begrenztes Wesen Mensch. Endlich. Unvollkommen. Vergänglich. Bedenke, Mensch, dass du Staub bist. Staub und Asche. Das Thema des Aschermittwoch.

Der Mensch, der so fröhlich feiern konnte – der Mensch,  der so lautstark, unübehörbar, unübersehbar sich zeigte, sich bemerkbar machte, als gehöre nur ihm die ganze Welt  – der ist ja doch nur ein Seufzer und dann ist er fort. Wie vom Winde verweht. Asche und Staub. Er selber gehört der Erde – und er entkommt ihr nicht. Ich entkomme ihr nicht. Adam ist mein biblischer Name, zu deutsch: Mensch. Und das kommt im Hebräischen von Adamah, Erdkrume, Erde – Erdling also, das bin ich. Und höre: „du bist Erde und sollst zu Erde werden.“ (1. Mose 3,19)

Bedenke Mensch, dass du Staub bist – das ist ein ganz und gar körperliches Bedenken. Mir wird das Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Ich werde erinnert, mir wird klar gemacht: ich bin ein vergehender Mensch. Denn ich bin Erde und soll zu Erde werden. Staub und Asche. Das ist meine Wahrheit.

Und doch nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte: „Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ (1. Mose 2,7) Und weiter: Gott „lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ (Mt 5,45) Nicht nur Erde und Staub. Auch Atem. Auch Licht und Sonne. Auch Regen und Wasser. Staub und Asche sind längst nicht alles. Aber – sie gehören auch dazu. Und mein irdisches Leben ist nicht ohne sie.

Und fehlen Gottes Odem und Wind und Licht und Wasser – dann ist es, als verberge er sein Angesicht. Und wir erschrecken und sagen mit dem Psalmisten: „nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde. Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich, der Herr freue sich seiner Werke! … Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin. … Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja.“ (Ps. 104,29-31.33.35b) Lobe den Herrn – denn er ist ein Gott, der spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21,6)

Autor: Klaus Priesmeier, Superintendent

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