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Die Morgenandacht

Ein fröhlicher Geber

11. Dezember 2017, 5:53 Uhr

Klaus Priesmeier [Quelle: Klaus Priesmeier]
Klaus Priesmeier, Superintendent [Quelle: Klaus Priesmeier]

Einmal im Jahr ehrt die Stadt Diepholz Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Das wird festlich begangen. „Wie sind Sie denn drauf gekommen, das zu tun?“ will der Bürgermeister wissen. „Ach,“ sagt der so Befragte, und er denkt gar nicht lange nach, „ich habe mir gedacht, einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

Einen, der nicht nur fürchtet und hortet und an sich denkt. Einen, der austeilt und abgibt. Von dem, was er hat und kann. Von seiner Zeit. Von sich. Vielleicht gar: einen, der sich verschwendet? Wie es rüberkommt, weiß er ja nicht – und was dabei rauskommt erst auch noch nicht. Ist er also leichtfertig verschwenderisch? Solch mahnend kritische Stimmen hat er auch im Ohr. Manche fragen sogar: bist du denn dumm?

Zugegeben, die Versammlung war schon verblüfft. Und das aus dem Munde eines durchaus bekannten mittelständischen Unternehmers: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Da hätten wir vieles erwartet, aber vielleicht doch nicht das.

Ohne dem Konsumrausch frönen zu wollen, und ohne die Advents- und Weihnachtszeit noch mehr zu entleeren, als es ohnehin schon im ganzen Kommerz geschieht: Ist Weihnachten nicht auch das Fest der Verschwendung? Das war schon zu Zeiten so, als diese großen Feste auch damit heraus stachen aus dem Alltag, dass die Menschen sich endlich mal satt essen konnten. Alle sollten es erleben: Gott teilt mit seinen Menschen die Fülle seiner Schöpfung. Leben ist nicht nur Mangel, auch Fülle. Die Menschen unter sich, und das gilt wohl bis heute, wir also, wir teilen aber schlecht. Ja, Brot für die Welt – aber das Fleisch für uns! Hühnerfüße und Innereien für Afrika – Hähnchenbrüste für uns!?

Gott freilich teilt gern und gut. Er muss wohl die Urgestalt des fröhlichen Gebers sein. Mag sein, der hat den fröhlichen menschlichen Geber so lieb, weil er sich selbst in ihm erkennt? Gott teilt sein Liebstes mit seinen Menschen, er verschwendet Jesus an uns – obwohl der nicht nur gut rüberkommt und die Frage ist, was bei dieser Aktion eigentlich heraus kommt. Wir wissen ihn ja doch nicht zu würdigen. Am Anfang die ärmliche Krippe, am Ende das elende Kreuz. Doch in beide legt Gott seine ganze Liebe. Ein Verschwender und Geber von Herzen. Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Der ist wie er selber.

Autor: Klaus Priesmeier, Superintendent

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