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Greatest Hits live

18. September 2017

Ein halbes Jahr vor seinem 70. Geburtstag haben sich Multiinstrumentalist und Sänger Steve Winwood (oder seine Plattenfirma) etwas Besonderes ausgedacht: Sieben Jahre nach dem Best-Off-Album "Revolution", auf dem die Hits von "I‘m a Man" bis "Keep on running" zu hören waren, veröffentlicht er nochmal 23 Greatest Hits, dieses Mal live.

Cover: Steve Winwood, Winwood Greatest Hits Live, Wincraft [Quelle: Wincraft]
Steve Winwood, Winwood Greatest Hits Live, Wincraft [Quelle: Wincraft]

Rockgriff auf die Sixties: Gimme some lovin

Ein langes Musikerleben liegt jetzt hinter dem Künstler, der schon als junger Mann über eine außergewöhnlich ausdrucksstarke Soulstimme verfügte, die bei Spencer Davis, Blind Faith und Traffic zum Markenzeichen wurde. Als Solist ist er seit 1980 aktiv, und jetzt zeigt er sich auf seinem neuen Album als Live-Performer aus verschiedenen Epochen.

Seine hohe Soulstimme und der Beat von "Gimme some lovin" bieten immer noch viel Wiedererkennbares, obwohl Steve Winwood, der Brite aus Birmingham, inzwischen seit über 50 Jahren singt und orgelt. Als junger Beatnik brillierte er an der Hammond und als Sänger bei der Spencer Davis Group und Traffic, später bei der Supergroup Blind Faith mit Eric Clapton und dem sehr eigenwilligen Trommler Ginger Baker. In den 1980ern wollte er plötzlich alles alleine machen, badete in Sythesizerwolken, spielte beim Album "Arc of a Diver" schlichtweg alle Instrumente selber ein. Ein süffiger Radiohit kam dabei auch heraus: "Valerie", der aber fehlt, stattdessen gibt es "While you see a Chance".

Live-Trip durch fünf Jahrzehnte

Die Stimme oft sehr weit weg, die Songs überdehnt als Endlosschleife, es klingt so, als habe Winwood in den vielen Jahren doch an Intensität und kraftvoller Performance verloren. Dass die alten Zeiten der Beat- und Brit-Soulära noch lebendig sind und sich etliche Kollegen von damals dann doch mal wieder zusammen rauften, zeigt die universelle Gültigkeit manches Rocksongs wie "I’m a Man" oder "Gimme some Lovin", ohne die heute keine Oldieparty auskommt.

Aufnahmen aus diversen Jahren bringen Brüche in Sound und Intensität hervor, zumal Winwood dabei nicht nur Eigenes präsentiert, sondern auch auf Songs anderer Künstler zurückgreift. Auf "40 000 Headman" zum Beispiel oder auf den Soul Klassiker "Why cant we live together" von Timmy Thomas. Der Allrounder Winwood darf sich damit zwar nach "The very best of Steve Winwood" 2010 in die Riege der lebenden Legenden einreihen, ärgerlich ist nur, dass das Album eine Mogelpackung bleibt, die keine Daten und Mitmusiker ausweist, so muss man herumrätseln, wann und wo und mit wem die Aufnahmen entstanden sind. Das muss bei einem solchen nicht unbedeutenden Lebenswerk der britischen Szene wirklich nicht sein. Schade.

Steve Winwood: Greatest Hits live [3:15 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 18. September 2017, 19:05 Uhr

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