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Hearts That's Strain

23-jähriger Künstler produziert an historischer Stätte, in Nashville, Tennessee

4. September 2017

Von der britischen Musikkritik hochgelobt und vom Publikum beim Glastonbury Festival 2011 gefeiert, stand plötzlich bei den Singer/Songwritern ein neues Talent auf der Bühne – neben Ed Sheeran und Stu Larsen: Jake Bugg. Sein Song über den Sprinter Usain Bolt wurde bei den Olympischen Spielen in London zum Hit.

Cover: Jake Brigg, Hearts That Strain, Virgin EMI [Quelle: Virgin EMI]
Jake Brigg, Hearts That Strain, Virgin EMI [Quelle: Virgin EMI]

Indigo Blue - die Farbe von Nashville/Tennessee

Bislang hat Jake Bugg, der erst 23-jährige junge Mann aus dem Nottinghamer Sozialbauten-Stadtteil Clifton, erstaunliches Talent bewiesen und eine beispielhafte Karriere vorzuweisen. Ein erster Festivalauftritt mit 17, dann eine Jam-Session mit Jools Holland bei der BBC, schließlich das erste Album mit knapp 20 und dem selbstbewussten Titel "Jake Bugg". Prompt wurde der Singer/Songwriter mit dem damals 1963, ebenso selbstbewusst auftretenden Bob Dylan verglichen. Und in der Tat sind musikalische Einflüsse aus den Sixties durchaus spürbar, Beatles-Harmonien und Gesangspassagen der Everly Brothers, garniert mit weichem Americana-Sounds, so illustriert Bugg einen Regentag im Süden.

Romantisierende Bilder

Mit Songs wie "Southern Rain" schreibt Jake Bugg kleine Hymnen mit heiterem Ausgang. Auch in Übersee konnte er damit punkten, denn sein Mix aus dem Songwriting der Fünfziger und Sechziger verknüpft mit luziden Sounds in unbeschwert romantischen Fantasien konnte er auch in den Clubs von New York, Washington und Chicago überzeugen. Keine British Invasion zwar, aber ein Achtungserfolg im Land von James Taylor und Joni Mitchell.

Nach vier Jahren Studiopause nach dem Album "Shangri La", das einerseits ein naives Eldorado beschreibt, andererseits aber auch ein Bezug zu der Siebziger-Jahre-Girlieband Shangri-Las herstellt, nach vier Jahren mit Gigs in Folge, markiert Jake Bugg den musikalisch heiteren Übergang vom Jungtalent zum zuverlässigen Songwriter mit eigenem Stil, und der weist in Richtung Gesamtkunstwerk: Romantisch einerseits, unpolitisch und unaufgeregt auf der anderen Seite, so schaut der Brite über Nashville auf das Jahr 2017.

Jake Bugg: Hearts That Strain [3:15 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. September 2017, 19:05 Uhr

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