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CD-Tipp

Beast Epic

21. September 2017

Der Musiker Sam Beam liegt mit seinem Projekt Iron & Wine, seinem gepflegten Rauschebart und der urbanen Holzfällerattitüde wenigstens optisch voll im Trend. Ob er auch mit seiner aktuellen Platte begeistern kann, dass entscheiden Sie besser selbst nach diesem CD-Tipp.

Cover: Iron & Wine, Beast Epic, Sub Pop [Quelle: Sub Pop]
Iron & Wine, Beast Epic, Sub Pop [Quelle: Sub Pop]

Sam Beam war auf einem guten Weg. 1974 geboren, aufgewachsen in South-Carolina, erfolgreich abgeschlossenes Kunststudium in Florida. Seine ersten drei Alben erscheinen allesamt auf dem legendären Sub Pop Label und sind gefüllt mit hübschen Akustik-Miniaturen, die gut in den Zeitgeist passen. Es folgen Platten mit dezenter Elektronik, Bläsersätzen und Grooveausflügen. Wichtige und interessante Platten, die aber leider nicht beim Publikum ankamen. Mit "Beast Epic" nun kehrt Sam Beam aka Iron & Wine zu seinen Wurzeln zurück. Leider.

Gleich der erste Song "Claim Your Ghost" zeigt, was dieses Album an Spannung zu bieten hat. Eine hübsche Melodie, unaufgeregt solide Instrumentierung, alles brav eingespielt und alles in D-Dur. Okay, dass mit dem D-Dur stimmt natürlich nicht, aber ansonsten war es das wirklich. Wer von Künstlern wenigstens einen marginalen Innovationsansatz erwartet, kann sich eigentlich schon jetzt von der neuen Iron & Wine Platte verabschieden.

Nicht so wirklich interessant

Auf der anderen Seite ist es aber auch bemerkenswert, wie hübsch diese Lieder sind. Jeder der elf Songs scheint schon hundert Mal komponiert worden zu sein, jede zum Refrain führende Bridge ist logisch und dramaturgisch sinnvoll, jede Harmoniestimmme ist geschmackssicher platziert. Es ist zum verrückt werden. Unberechtigterweise wird Iron & Wine ja mit Folk-Legenden wie Nick Drake, Elliot Smith oder Simon & Garfunkel verglichen. Während dort jedoch selbst bei den leichtesten Liedern nochmal eine Art Sub-Text mitläuft, sind die Songsubstanz auf "Beast Epic" hauchdünn und verblüffend eindimensional. Leider weht auf diesem Album nur ein laues Lüftchen.

Iron & Wine: Beast Epic [3:33 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 21. September 2017, 11:40 Uhr

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