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Southern Blood

Testament eines bewegten Künstlerlebens

22. September 2017

Das letzte Album des legendären Countrystars- und Rock’n’Rollers Greg Allman erscheint vier Monate nach seinem Tod. Allman starb mit 69 Jahren Ende Mai dieses Jahres, sein musikalisches Testament umreißt ein Lebenswerk in konzentrierter Form und beschreibt letztlich die ganze amerikanische Szene zwischen Blues, Woodstock und spätem Hippietum.

Cover: Southern Blood [Quelle: Concord Records]
Gregg Allman: Southern Blood [Quelle: Concord Records]

Als habe Greg Allman, der greise Rock’n’Roller mit Rauschebart und langem grauem Schopf, kurz vor seinem 70. Geburtstag selbst über den Fundus an Popsongs seiner Generation resümiert und Bilanz gezogen, hat er Titel ausgesucht, die ihn über die Jahre begleitet haben und für seine eigene künstlerische Biografie zwischen Blues und Country bedeutend waren: "Once I was" von Tim Buckley, "I Love the Life I live" von Bluesman Willie Dixon oder "Willin'" von Lowell George, dem Gitarrenhero der Kultband Little Feat.

Alterswerk mit analogen Visionen im Fame-Studio

Greg Allman zeigt sich auf seinem Alterswerk als Visionär mit schonungslosem Blick auf sich selbst und als Fan puren analogen Sounds und knüpft damit an die Klangfarbe der legendären Almann Brothers Band an. Produzent Don Was konnte dies möglich machen, im Fame-Studio standen eine Hammond B3 und die Mikrofone der Siebziger Jahre bereit, die Bläsersektion wurde im Nebenraum untergebracht – ganz wie ehedem. Die Sessions mussten allerdings auf vier bis fünf Stunden begrenzt werden, denn Gregg Allmans Gesundheitszustand ließ nicht mehr zu.

"Once I was" zu singen – eine letzte Herausforderung. Mit intensiver Energie und nicht frei von der Ahnung des wahrscheinlich letzten Albums performed Gregg Allman die Songs, verleiht ihnen einen mitunter fast tragischen Glanz, zumal in diesem Studio Duana Allman, sein älterer Bruder, die legendären Aufnahmen der Allman-Brothers einst leitete. So ist Southern Blood ein Vermächtnis, ein Testament, eine Bilanz eines bewegten Künstlerlebens, aber noch viel mehr: Ein Dokument amerikanischer Rock- und Countrygeschichte der letzten 50 Jahre, konzentriert im sechseinhalb Minuten langen Finale mit Jackson Browne.

Greg Allmann: Southern Blood [3:14 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 24. September 2017, 11:40 Uhr

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