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Waschhäuser in Bremen

Waschen und Schnacken beim Rauschen der Trommel

27. Juli 2017

Eine eigene Waschmaschine im Haus oder in der Wohnung ist heutzutage selbstverständlich. Es gab aber auch Zeiten, da war genau das ein echter Luxus. So ging es vor Jahrzehnten vielen Bewohnern des Stadtteils Vahr im Bremer Osten. Deswegen gab es dort schon früh Waschhäuser des Wohnungsunternehmens Gewoba. Nordwestradio-Reporter Jens Otto hat eines dieser Relikte aus früheren Zeiten besucht.

Eine eigene Waschmaschine im Haus oder in der Wohnung ist heutzutage selbstverständlich. Es gab aber auch Zeiten, da war genau das ein echter Luxus. So ging es vor Jahrzehnten vielen Bewohnern des Stadtteils Vahr im Bremer Osten. Deswegen gab es dort schon früh Waschhäuser des Wohnungsunternehmens Gewoba. Nordwestradio-Reporter Jens Otto hat eines dieser Relikte aus früheren Zeiten besucht.

Autor/-in: Jens Otto
Länge: 3:09 Minuten
Datum:
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Wie oft Helga Schwarz hier schon eine Maschine Wäsche angestellt hat, kann sie nicht sagen. Sehr viele waren es in rund 40 Jahren – so lange kommt sie schon in das Waschhaus in der Bremer Ludwig-Beck-Straße. Bei ihren Besuchen legt die 78-Jährige auf eins besonders viel Wert. "Dass ich die Erste bin, so um sieben. Dann warte ich, bis ich mit meinem Chip da rein kann." Waschtag ist immer auch ein Tag für Klönschnack. Nachbarn unterhalten sich, während Bettzeug oder Socken ihre Runden in der Trommel drehen.

Ich kann von meinem Fenster aus gucken, ob um sieben schon Licht ist im Waschaus. – Mieterin Helga Schwarz

Sozialer Treffpunkt mit Blütenweiß-Frische

Ein Waschhaus ist nicht nur wichtig für saubere Kleidung und Bettwäsche, sondern auch für den sozialen Kitt unter den Bewohnern. Diese Funktion ist der Wohnungsbaugemeinschaft Gewoba durchaus bewusst. Holger Lange, Kundendienstleiter in der Vahr, sagt: "Das ist nicht nur ein Waschhaus, das ist letztendlich auch ein sozialer Treffpunkt irgendwo, und das möchten wir gerne nutzen für unsere Mieter."

Zwei Waschmaschinen stehen in einem gefliesten Raum. [Quelle: Radio Bremen, Jens Otto]
Waschmaschinen und Klönschnack. Hier treffen sich die Mieter der Gewoba in Bremen, um Praktisches mit dem Nützlichen zu verbinden. [Quelle: Radio Bremen, Jens Otto]

Junge Mieter wollen Luxus

Der Wasch-Raum ist schmucklos, hell gefliest. An einer Wand stehen vier Maschinen, an der anderen Seite zwei große Trockner, außerdem ein paar kleine Rollwagen mit Wäschekörben. Vor Jahrzehnten gab es in Bremen noch viel mehr Waschhäuser der Gewoba. Vier sind heute noch in der Vahr übrig, dazu kommen einige kleinere Räume in Schwachhausen. Die Zeiten und auch die Wohnverhältnisse haben sich geändert, so Holger Lange von der Gewoba. Mittlerweile wollen gerade jüngere Mieter für einen Korb Wäsche das Haus nicht mehr verlassen.

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 27. Juli, 6:45 Uhr

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