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Heimische Vögel

Der perfekte Lebensraum im eigenen Garten

3. Juli 2017

Sterben Amseln, Schwalben und Rotkehlchen langsam aus? Kiebitze gibt es kaum noch. Der Bestand dieser Vögel ist in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland um 80 Prozent gesunken. Die Naturschutzverbände versuchen gegenzusteuern, aber auch jeder normale Bürger mit Garten oder Parzellengrundstück in der Stadt kann etwas für den Erhalt der Vögel tun. Hier haben wir ein paar Tipps zusammengestellt.

Kohlmeise [Quelle: Nabu, Frank Hecker Naturfotografie]
Eine Kohlmeise vor ihrem Nest in einem Astloch. [Quelle: Nabu, Frank Hecker Naturfotografie]

  • Vogelfutter für Wildvögel nur im Fachhandel kaufen (keine Ambrosia-Samen!)

  • Tränken, Meisenknödel oder Vogelhäuschen so platzieren, dass Katzen sich drumherum nicht verstecken und anpirschen können

  • Im Garten für Laub und Komposthaufen sorgen: Diese sind Nischen für Insekten, dem natürlichen Vogelfutter

  • Katzen nicht in der Abenddämmerung aus dem Haus lassen. Das ist in der Hauptbrutzeit für Jungvögel gefährlich

Nach Ansicht des Naturschutzorganisation BUND sollte man Vögel, wenn überhaupt, nur in den härtesten Wintermonaten füttern. Vögel und Wildtiere seien auf das wechselnde Futterangebot der Natur eingestellt. Verluste würden mit der nächsten Brutzeit wieder ausgeglichen.

Futter

sollte man im Fachhandel kaufen. Niemals Essensreste verwenden. Die Futterstelle regelmäßig säubern, da Vogelkot zu Infektionen führen kann. Geduld haben: Vögel picken nicht rund um die Uhr Körner. Vor allem am Abend nehmen die Vögel das Futterangebot laut Nabu gerne an – kurz vor ihrer nächtlichen Ruhezeit.

Wer dennoch Singvögeln etwas Gutes tun will, könnte eine sogenannte Futtersäule einsetzen. Das sagt Sönke Hofmann vom Bremer Naturschutzbund. Darin ist das Futter vor Nässe geschützt, der Vogel kann seinen Kopf hineinstecken und sich seine Portion herauspicken. Die Säule lässt sich anschrauben oder mit Hilfe eines Bügels aufhängen, so kann man auch ohne Balkon oder Garten Vögel auf das Fensterbrett anlocken und beobachten.

Im ländlichen Bereich helfen samenreiche Ackerrandstreifen mit vielen Kräutern und Pflanzen dabei, Vögel zu ernähren. Dies setzt allerdings voraus, dass diese kleinen Nischen nicht mit Unkrautvernichtungsmitteln behandelt oder gemäht werden.

Um den Vogelbestand zu schützen, füttern viele Hobbygärtner die Tiere nicht nur, sondern machen sich auch Gedanken über Gefahren für die Vögel. Beispiel: Der schnelle Tod, wenn eine Meise oder ein Dompfaff frontal gegen eine Fensterscheibe fliegt. Der Nabu widerspricht auf seiner Internetseite allerdings einer weit verbreiteten Meinung, dass das Aufkleben von Vogelbildern (Greifvögel) abschreckend wirkt. "Greifvogelsilhouetten werden oft nicht als potenzielle Fressfeinde erkannt, sondern als bloße Flughindernisse. Wenn man Glasscheiben ungefährlich machen will, muss man sie mit Mustern versehen. Wirkungsvoll sind Streifen, die am Besten senkrecht angeordnet sind"

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 5. Juli, 7.20 Uhr und 18:05 Uhr

Sterben unsere Vögel aus?
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