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Planetariumsleiter im Gespräch

Darum sieht man im August so viele Sternschnuppen

31. Juli 2017, 14:10 Uhr

Früher sahen die Menschen in ihnen die Seelen der Toten. Heute wissen wir: Es sind Steinchen aus dem All – die Sternschnuppen. Die meisten kann man im August am Himmel sehen. Andreas Vogel vom Bremer Olbers-Planetarium erklärt warum – und ob sich das Wünschen lohnt.

Eine Sternschnuppe am Nachthimmel in Nevada USA Spring Mountains National Recreation Area [Quelle: Imago, Zuma Press]
Besonders im August sieht man Sternschnuppen, weil die Erde Mitte des Monats den Kometen "Swift Tuttle" kreuzt. [Quelle: Imago, Zuma Press]

Wann werden wir die meisten Sternschnuppen sehen?

Die erfolgreichste Nacht auf Sternschuppenjagd dürfte die Nacht vom 12. auf den 13. August sein. Das ist ein Samstagabend, und in der Nacht so zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang sollte man besonders viele sehen. Unter optimalen Bedingungen könnte man 70 bis 100 Sternschnuppen sehen. "Allerdings haben wir die optimalen Bedingungen in Deutschland fast nirgends mehr – und leider geht gegen 23 Uhr der Mond auf, und der ist noch relativ voll und stört die Beobachtungen. Aber die hellen Sternschnuppen wird man auf jeden Fall sehen."

Warum ausgerechnet im August?

Die Erde bewegt sich in einem Jahr einmal um die Sonne. Und nicht nur die Erde, sondern auch viele andere Himmelskörper – unter anderem Kometen wie der "Swift Tuttle". Vor vielen Jahren war dieser Komet in Erdnähe, aber inzwischen ist er weit aus unserem Sonnensystem heraus. Jedes Mal, wenn er der Sonne nahe kommt, verdampft er und verliert dadurch ein bisschen Staub, der sich entlang seiner Bahn verteilt. Und wir kreuzen die Bahn Mitte August. Die Erde bewegt sich mit 30 Kilometern pro Sekunde, und diese Teilchen bewegen sich mit derselben Geschwindigkeit. Wenn die Erde und die Kometenteilchen kollidieren, haben wir eine relative Geschwindigkeit von 60 bis 70 Kilometern pro Sekunde. In den Teilchen ist viel Energie, und wenn sie auf die Erdatmosphäre treffen, verglühen sie. Das sieht man dann.

Warum nennt man sie Perseiden?

Wenn man die Spuren der Sternschnuppen am Himmel verfolgt, dann sieht es so aus, als ob sie alle aus dem Sternbild Perseus kommen. Nach dem Sternbild Perseus nennt man sie Perseidien – oder auch Laurentius-Tränen.

Das Gespräch zum Nachhören::

Im August kann man die meisten Sternschnuppen am Himmel sehen. Andreas Vogel vom Olbas-Planetarium in Bremen erklärt, warum – und warum man sie auch Perseiden nennt.

Autor/-in: Marion Cotta
Länge: 4:37 Minuten
Datum: Montag, 31. Juli 2017
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Welche Sternbilder sind im August noch interessant?

Der August bietet sich zum Sternegucken an: Es ist draußen immer noch schön warm, das lädt ja dazu ein, abends draußen zu sitzen. Gleichzeitig wird es schon wieder früher dunkel als im Juni und Juli. Jetzt haben wir einen sehr schönen Sternhimmel, und wenn man abends rausschaut, sieht man im Süden drei sehr helle Sterne: Das ist das Sommerdreieck. Und wenn man einen guten Standort hat, kann man in diesem Sommerdreieck die Milchstraße besonders hell leuchten sehen.

Da muss man aus der Stadt rausfahren. 10 bis 15 Kilometer aus Bremen raus, dann geht das schon.

Was halten Sie von Sternen-Apps?

Die funktionieren überraschend gut, auch die kostenlosen. Die bieten einem eine kleine Tour an, wenn ich das Handy auf einen Stern ausrichte – vorausgesetzt ich habe GPS-Verbindung, dann zeigt mir die App genau an, welcher Stern das ist.

Und wie ist das mit den Wünschen bei Sternschnuppen?

Wir übernehmen keine Garantie, dass es funktioniert. Aber einen Versuch ist es wert.

Ab sofort lohnt sich übrigens der Blick in den Sternenhimmel. Denn der Höhepunkt liegt zwar Mitte August, doch schon jetzt wird man einige Schnuppen sehen können – und von Tag zu Tag werden es mehr.

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 31. Juli 2017, 14.10 Uhr

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