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Planetenforschung

60 Jahre Sputnik: Der erste Satellit im Weltall

4. Oktober 2017

Am 4. Oktober 1957 startete der erste Satellit – Sputnik – ins Weltall. Damit begann vor 60 Jahren das Zeitalter der Weltraumfahrt. Der Start des sowjetischen "Sputnik 1" sollte der Weltöffentlichkeit zeigen, wozu russische Raketentechnik in der Lage war. Tilman Spohn vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt in Berlin darüber, was "Sputnik 1" für die Weltraumforschung verändert hat.

Raumsonde Sputnik 1. [Quelle: DPA, RIA Nowosti]
"Sputnik 1" startete am 4. Oktober 1957 ins Weltall. [Quelle: DPA, RIA Nowosti]

60 Jahre Sputnik: Gespräch mit Prof. Dr. Tilman Spohn [4:58 Minuten]

"Sputnik 1" war noch kein Feuerwerk der modernen Technik, sondern eine Aluminiumkugel, so groß wie ein Basketball, gefüllt mit Stickstoff. Die enthielt zwei Thermometer, zwei Batterien und zwei Kurzwellen-Sender: Dieser Satellit sei nur als Demonstration gedacht gewesen, so Tilman Spohn. Ursprünglich sei ein ehrgeizigerer Satellit geplant gewesen – als die Amerikaner dann aber auch einen Satelliten ankündigten, wurde schnell etwas zusammengebaut, um die erste Nation im Weltall zu sein.

Erkenntnisse für die Wissenschaft

Der erste Satellitenflug brachte auch interessante Erkenntnisse für die Wissenschaft. Über die empfangenen Signale ließ sich einiges über die Erdatmosphäre feststellen, weiß Spohn. Nämlich, dass das, was die Menschen bis jetzt über die Atmosphäre zu wissen glaubten, falsch war. Das sei ein typisches Muster in der Raumfahrt, das auch heute noch auftritt, sagt Spohn: Es gebe immer Vorstellungen, zum Beispiel wie es auf dem Mars sei, dann fliegt ein Satellit dorthin und zeigt – es ist doch ganz anders.

Der "Sputnik-Schock": der Wettlauf zum Mond beginnt

Der Start von "Sputnik 1" verursachte im Westen den sogenannten "Sputnik-Schock": Denn wem es gelang, die Erdumlaufbahn zu erreichen, konnte möglicherweise auch Interkontinentalraketen mit Sprengköpfen weltweit in beliebige Ziele lenken. Der Start von "Sputnik 1" habe den Wettlauf zwischen den damals im "Kalten Krieg" verfeindeten Supermächten USA und UdSSR noch mal mehr beflügelt, sagt der Leiter des Instituts für Planetenforschung.

Die westliche Seite sei überrascht gewesen, dass die Russen schon so weit waren und hätten lernen müssen, dass es auch jenseits des "Eisernen Vorhangs" gute Raketen- und Weltraumtechniker gab, so Spohn. Daraufhin hätten die Amerikaner ihre Anstrengungen verstärkt – die damalige Weltraumfahrt sei stark von dem Wettlauf der beiden Supermächte USA und UdSSR bestimmt gewesen, erzählt Tilman Spohn. Am 21. Juli 1969 entschieden die Amerikaner den "Wettlauf zum Mond" mit der Mondlandung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin dann allerdings für sich.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 04. Oktober, 06:45 Uhr.

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