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Neue Staffel im Ersten

Sherlock-Filme

2. Juni 2017

Sherlock Holmes und sein Freund Watson ermitteln mitten im modernen London. Die Serie "Sherlock", die von der BBC produziert wird, ist eine der erfolgreichsten Versionen der Arthur Conan Doyle-Romane. Fast drei Jahre mussten Fans auf die neue, die vierte Staffel, warten. Unsere Redakteurin Lina Kokaly hat die Staffel bereits gesehen und schildert ihre Eindrücke.

Eine Person in einem Wohnzimmer, an der Wand sind viele Zeitungsausschnitte und Bilder angepinnt. [Quelle: Hartswood Films 2016/BBC]
Benedict Cumberbatch spielt den Detektiv Sherlock. [Quelle: Hartswood Films 2016/BBC]

Eine Sonderfolge gab es zwar zwischendurch, aber die vierte Staffel, die kommt erst jetzt an Pfingsten im deutschen Fernsehen. Nordwestradio-Reporterin Lina Kokaly hat die neue Staffel schon mal getestet.

Wie haben Dir die drei neuen Folgen gefallen?

Vieles ist wie immer: Sherlock Holmes ist genial, aber nicht nett. Er ist heroinabhängig, löst aber zuverlässig jeden Fall. Und er wird begleitet von Dr. Watson, seinem besten Freund. Jede Folge hat einen neuen Fall. Die neue Staffel braucht allerdings ein wenig zum Warmwerden. Die erste von den drei neuen Folgen hat mich richtig enttäuscht. Es ist ein James Bond-Abklatsch mit einem sehr unbefriedigenden Ende. Und wer Sherlock eben schätzt für diese tollen Bildeinfälle, die die Serie berühmt gemacht haben, also erwartet, dass die Figuren von einer Kulisse in die andere laufen, dass man ständig überrascht wird… Das gibt es alles in dieser Folge nicht, aber es lohnt sich trotzdem, an dieser Staffel dranzubleiben, denn die anderen beiden Folgen sind dann nämlich wieder sehr gelungen. Wir treffen den Erzfeind Moriaty wieder, obwohl der ja tot ist. Und es gibt einen neuen Feind, eine Frau, und die ist viel grausamer und perfider als Moriaty und hat sich mit ihm verschworen. Sie schafft es, mit der Kraft ihrer Gedanken, Menschen so zu manipulieren, dass ihr die Welt bald gehören könnte – und nur Sherlock kann sie aufhalten.

Wie geht es weiter?

Naja, nach dem dritten Staffelfinale hätte man denken können: Sherlock sitzt jetzt lebenslang für einen Mord hinter Gittern. Denn da hat er getötet. Ich halte das mal so vage, um niemanden den Spaß am Gucken zu verderben, der die Folgen noch aufholen möchte. Aber gleich zu Beginn der vierten Staffel wäscht ihn sein Bruder, der einflussreiche Politiker, von jeder Sünde frei. Denn Sherlock muss ja wieder ermitteln können. Sein Erzfeind Moriaty ist zwar tot, aber Macht hat der Bösewicht immer noch:

Tatsächlich empfehle ich lieber, vorne zu beginnen. Es gibt zwar in jeder Folge einen neuen Fall, aber trotzdem ziehen sich andere Handlungsstränge über die ganzen Staffeln. Außerdem sollte man sich das nicht entgehen lassen, ich bin tatsächlich ein bisschen neidisch auf alle, die die ersten Folgen noch vor sich haben, sie sind wirklich sehr gut. Wer möchte: Die alten Staffeln gibt’s auf DVD, Blu-ray und bei Netflix.

Es gab schon so viele Sherlock-Holmes-Verfilmungen, was macht diese Serie jetzt schon über all die Staffeln so herausragend?

Sherlock (Benedict Cumberbatch) wird auf eine Einbruchserie aufmerksam, bei der jemand Thatcher-Büsten zertrümmert. Nun folgen er, Dr. Watson (Martin Freeman, Mitte) und seine Frau Mary (Amanda Abbington) der Fährte eines Einbrechers. [Quelle: ARD Degeto/BBC/Hartswood Films 2016]

Oh, das ist vieles. Ganz besonders ist es der Look dieser Serie. Sie ist wirklich, auch wenn das jetzt selbstverständlich klingt, sehr gut zum Ansehen. Sherlock und sein Watson, die ermitteln in dieser Version im modernen London und, wenn Sherlock Fälle aufklärt, dann werden seine Gedankengänge visualisiert. Er läuft dann mit Watson direkt an den Tatort, wechselt vom Sofa in der Baker Street direkt in schlammige schottische Moore. Er rast mit der Londoner U-Bahn durch die Unterwelt, klettert auf der Suche nach Bomben über die Schienen. Jedes Schnittbild ist liebevoll und aufwendig.

Sherlock im Ersten

Die Serie "Sherlock" ist am Pfingstwochenende zu sehen. Die neue Folgen laufen im Ersten und zwar am 4., 5. und am 11. Juni 2017 immer um 21.45 Uhr. Jede der drei Folgen hat Spielfilmlänge. Die vierte Staffel erscheint nach Ausstrahlung auch auf DVD und Blu-ray.

Und dann muss ich explizit auch die herausragenden Schauspieler nennen: Wir haben Martin Freeman als Dr. Watson, das ist der Schauspieler, der auch schon den Hobbit gespielt hat, in den Hollywood-Blockbustern oder auch in der Serie Fargo. Benedict Cumberbatch spielt Sherlock Holmes. Und dieser Mann ist nun wirklich ganz speziell. Er verkörpert dieses Genie nochmal auf eine ganz andere Art als viele vor ihm. Er hat viele, viele Fans, die nennen sich im Netz selbst Cumberbitches – obwohl er nicht im herkömmlichen Sinne gut aussieht, und obwohl er aneckt.

Intelligenz ist eben anziehend. Aber er sieht nicht nur gut aus, er ist auch gut in seinem Job: Cumberbatch hat jede Menge Auszeichnungen zu Hause, und für seine Darstellung von dem Computererfinder Alan Turing in dem Film The Imitation Game wurde er sogar für den Oscar nominiert.

Wird es noch eine fünfte Staffel geben?

Das ist tatsächlich offen. Das Ende von dieser vierten Staffel macht ein bisschen den Eindruck, als sei das ein absolutes Ende. Deswegen waren die Fans international auch nicht besonders begeistert. Ich persönlich glaube das nicht. Und ich hoffe, noch mehr Sherlock-Folgen sehen zu dürfen.

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 2. Juni 2017, 15:10 Uhr

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