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50. Geburtstag

Wladimir Kaminer

19. Juli 2017

Berlins prominentester Russe und Erfinder der "Russendisko" wird 50. Rund 25 Bücher hat Wladimir Kaminer geschrieben. 1967 wurde er in Moskau geboren und kam mit 23 Jahren als sogenannter "Kontingentflüchtling" nach Berlin. Moderatorin Katrin Krämer hat ihn als "Wintergast" persönlich kennengelernt.

Autor Wladimir Kaminer sitzt auf einem Sessel gegenüber von Moderatorin Katrin Krämer. [Quelle: Radio Bremen, Sebastian]

50. Geburtstag Wladimir Kaminer [5:12 Minuten]

Ohne Punkt und Komma

Als "Wintergast" des Nordwestradios im Foyer des Bremer Theaters sei sie einem "sehr gut aussehenden, sehr charmanten Mann, der gerne viel redet" begegnet, erzählt Katrin Krämer:

Ich kam mit meinen Fragen oft überhaupt nicht dazwischen, weil, wenn dieser Mann sich erstmal in Rage redet ... der ist so in seiner eigenen Welt.

Das Gespräch mit Kaminer sei gar nicht so einfach gewesen, hatte aber einen hohen Unterhaltungswert fürs Publikum. Durch seine Lesungen, Bühnenevents und die Russendisko in Berlin kennt man ihn als Conferencier. Er sei ein guter Alleinunterhalter, der sein Gegenüber nicht zwingend brauche.

Er ist schon 'ne kleine Rampensau

und weniger der Mann für die leisen Zwischentöne. Er redet gerne, laut und ohne Punkt und Komma. Schon im Kindergarten soll Kaminer mit seinen Geschichten aufgefallen sein.

Kaminers Bücher

In seinen Büchern erzählt er im Wesentlichen von sich, seinem Leben, seiner Familie, seinen Katzen, seinem Schrebergarten. Er schreibt über das, was er kennt.

Ich sage immer, auf Kaminer reimt sich Schlawiner. Er erzählt eben auch wahnsinnige Geschichten, auch auf der Bühne. Wenn du dann dreiviertel Wahrheitsgehalt abziehst, dann bist du ungefähr bei dem, was wahr ist.

Er könnte gut einen Schelmenroman schreiben, und sollte er mal einen Autobiografie verfassen, heißt sie bestimmt Wladimirs Welt", vermutet Katrin Krämer, in der eine Menge drinstehen würde, von dem man nicht wissen könne, was davon stimmt.

Ein buntes Leben

Geboren wurde Wladimir Kaminer am 19. Juli 1967 in Moskau. Seine Fantasie hat er vom Vater, der Gedichte geschrieben hat. Kaminer selbst flog mit 14 Jahren von der Schule, hat auf der Straße gelebt, war Punk und Hausbesetzer. Beim Wehrdienst hatte er wenig zu tun und begann, sich mit Literatur zu beschäftigen. Kaminer erlebte im Mai 1987 die spektakulären Landung des Deutschen Mathias Rust in der Nähe des Roten Platzes in Moskau mit. Auch am Theater hat er gearbeitet, Rindertransporte nach Usbekistan begleitet und als Pizzabäcker gearbeitet. Laut eigener Aussage sei er erst in Deutschland zum Russen geworden, erzählt Katrin Krämer, und das sei es, worüber er schreibt, diese Klischees, die Russen von Deutschen haben und umgekehrt.

Das macht die Bücher nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr aufschlussreich.

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 19. Juli 2017, 14:10 Uhr

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