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Dietmar Wischmeyers Glosse

Hotte wird Heimatminister

8. Februar 2018, 8:09 Uhr

Wenn die SPD-Basis die Groko nicht noch platzen lässt, dann wird der bayerische Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) neuer Innenminister – zuständig auch für die Heimat. Das ist ein Amt mit Tradition, findet Satiriker Dietmar Wischmeyer.

Dietmar Wischmeyer [Quelle: Radio Bremen, Sebastian Bredehöft]
2014 erhielt er den Radiopreis für die beste Comedy: Dietmar Wischmeyer. [Quelle: Radio Bremen, Sebastian Bredehöft]

"Sssaupreissn sozialdemokratische, hintafotziges Sozenglump. Un dös Merkl, de spinnerte Goaß, oide Blunzn, depperte Ost-Wurzn protestantische, schiaches Sozen-Muckerl, damisches, Dös gonze greisliche Gschmeiß in dera zugschissn Ratznloch Berlin, wo mir do hobn, a Hauptstadt soll dös san, dos i nit lach, a Shithole hom mer da, Oiss foische Fuchzga un klebrige Bürschal in dera Groko, der dräckaten."

Und? Alles verstanden?

Soeben hat Horst Seehofer erfahren, dass er nicht 2020 Nachfolger von Angela Merkel wird, sondern nur Innenminister in ihrem dritten Groko-Kabinett. Eine unglaubliche Demütigung. Das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten ging direkt zurück auf Ludwig II., was sag ich, auf Ramses II. In München war er unumschränkter Alleinherrscher über das Land und die Partei gewesen und hier sollte er als Innenpinscher der Uckermärkerin die Kastanien aus dem Feuer holen. Außenminister, das hätte er sich gerade noch gefallen lassen, dann könnte er den Victor, den Orban mal zu Hause besuchen oder beim Putin vorbeischauen.

Kuhhandel

Aber das Auswärtige Amt hatte sich "die oide Merkl-Schlampampen" von dem "hinterfotzigen Sozenglum" abschwatzen lassen, nur damit die den Schulzen ins Ausland abschieben können. Noch weitere zwei Monate mit dem als SPD-Vorsitzender und die Partei wäre im einstelligen Bereich gelandet. Aber die SPD war nun mal die politische Heimat der Uckermärkerin. Merkel würde alles tun, um sie am langen Arm gerade so nicht verhungern zu lassen. Innenminister sollte er nun sein, Horst hatte keine Ahnung, was der so trieb, hatten nicht die Länder eigene und waren die nicht sogar für die Polizei zuständig. Das hätte wenigstens noch Spaß gemacht, mal am Wochenende 'ne Hundertschaft auf das autonome Gesindel zu hetzen. Aber er war dafür nicht zuständig, sondern für Heimat.

Ringelpietz mit Trachtengruppen und Shantychören, was für eine Schmach.

König ohne Land

Er hatte es geahnt: ein König ohne Reich hatten sie aus ihm gemacht. Und dafür hatte er das schönste Amt der Welt geopfert, das des bayerischen Prinzregenten, hatte es weggeworfen wie einen alten Putzlappen ausgerechnet an die fränkische Schrankwand Markus Söder, ein Desaster. Aber er, Horst der Erste, legitimer Nachfolger des letzten Prinzregenten Luitpold würde sich nicht so leicht geschlagen geben. Nicht umsonst nannte man ihn den Rasputin von Ingolstadt. Vor Monaten schon hatte er mit IM Kevin das Unternehmen No Groko heimlich ins Leben gerufen und dem "Juso-Bürschal" einige tausend neue SPD-Mitglieder aus dem Fundus der Jungen Union zugesichert. Wenn erst das SPD-Wahlvieh die Groko kippte, dann fiele auch die Merklerin und ER, BIG Horst würde wieder über Bayern herrschen... und natürlich diese anderen 15 Bundesländer.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 8. Februar 2018, 8:10 Uhr.

Dietmar Wischmeyer bei Bremen Zwei zum Anhören:

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