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Gurken für den Weltraum

Bremer Forscher züchtet Gemüse in der Antarktis

11. Januar 2018

Tomaten, Feldsalat und Erdbeeren brauchen Wasser, Sauerstoff, Stickstoff und Sonnenlicht. UV-Strahlung hat der leere Weltraum ohne Ende, aber die anderen Dinge fehlen. Trotzdem will der Bremer Ingenieur Daniel Schubert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Gemüse im Weltall wachsen lassen.

Tomaten, Feldsalat und Erdbeeren brauchen Wasser, Sauerstoff, Stickstoff und Sonnenlicht. Das hat der leere Weltraum ohne Ende, aber die anderen Dinge fehlen. Trotzdem will der Bremer Ingenieur Daniel Schubert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Gemüse im Weltall wachsen lassen.

Autor/-in: Kristin Hunfeld
Länge: 4:27 Minuten
Datum:
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Auch Astronauten sollen sich bald mit frischen Vitaminen und anderen Nährstoffen versorgen können. Erprobt wird das momentan auf der Neumayer-Station des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis. Dort baut Schubert in einem Gewächshaus Gemüse an. Zu Testzwecken. "Die Antarktis ist so ähnlich wie wir glauben, dass es auf dem Mond oder Mars sein wird. Die Station hier ist sehr isoliert und wird nur einmal pro Jahr mit Nachschub versorgt. Hier leben im Winter zehn Menschen, genauso viel wie vermutlich auf einer künftigen Marsexpedition". Optimale Bedingungen seien das, um auch die Nahrungsmittelversorgung zu simulieren, so Schubert.

Pflanzen werden künstlich versorgt

In normaler Erde wächst das Gemüse nicht. Die Wurzeln liegen frei, Nährstoffe werden angesprüht, Licht bekommen die Pflanzen über LED-Leuchten, so der Wissenschaftler.

Der Salat schmeckt. Auch die Tomaten und die Gurken... Forschungsgärtner Daniel Schubert in der Antarktis

"Erdbeeren werden die Kür. Salat wächst ja von alleine, aber Tomaten und Erdbeeren muss man pflegen." Pestizide würden nicht benötigt, denn in der Antarktis gibt es keine Insekten. "Deswegen ist hier alles bio!", meint Schubert. Die Forschung sei deswegen so wichtig, um für spätere Marsmissionen oder eine mögliche Mondbasis Konzepte zur Vitaminversorgung ohne Transportaufwand zu entwickeln. Die Astronauten bekämen von der Erde nur Samen mit, aus denen sie im Weltraum Pflanzen züchteten. "Jedes Kilo Gewicht, was sie ins Weltall schießen, kostet zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Alles, was wir an Nahrung vor Ort produzieren können, spart uns Geld".

Gemüse als Seelsorger

Der Bremer Ingenieur gibt außerdem zu bedenken, dass sich ein Astronaut, der drei Jahre im Weltall in einer fremden, künstlichen Umgebung lebt, nach etwas Grünem sehnt, das ihn mit der Erde verbindet. Um die Astronauten psychologisch fit zu halten, möchten wir denen ein Gewächshaus anbieten."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. Januar 2018, 15.10 Uhr.

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