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Energieversorger in Oldenburg

Das schwere Erbe nach der "Klitschko-Affäre"

19. September 2017

Eine Spende an die Klitschko-Stiftung und das Angebot zur Rückzahlung – das war im Februar der Anfang vom Ende für den damaligen EWE-Chef Mathias Brückmann. Am Montag wurde sein Nachfolger gekürt. Stefan Dohler, Noch-Finanzvorstand der Vattenfall AB in Stockholm. Ab April 2018 soll er beim Energieversorger das Ruder übernehmen. Warum hat es so lange gedauert, einen neuen Chef für den EWE-Konzern zu finden?

Eine Spende an die Klitschko-Stiftung und das Angebot zur Rückzahlung - das war im Februar der Anfang vom Ende für den damaligen EWE-Chef Mathias Brückmann. Am Montag wurde sein Nachfolger gekürt. Stefan Dohler, Noch-Finanzvorstand der Vattenfall AB in Stockholm. Ab April 2018 soll er beim Energieversorger das Ruder übernehmen. Warum hat es so lange gedauert, einen neuen Chef für den EWE-Konzern zu finden? Reporterin Christina Gerlach berichtet aus Oldenburg

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 4:18 Minuten
Datum:
Sendereihe: Der Morgen

Reporterin Christina Gerlach sagt dazu: "Es gab zwei hausinterne Kandidaten, aber beiden wurde nachgesagt, sie hätten die Aufsichtspflicht verletzt. Sie sind zwar durch Wirtschaftsprüfer entlastet worden, aber die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt noch." Daraufhin sei ein Manager von außerhalb gesucht worden. Laut Gerlach habe der Konzern in den vergangenen Jahren kein Glück mit Personalentscheidungen auf Führungsebene gehabt. "Einer der Vorstände musste gehen, weil er einen Ex-Mitarbeiter bespitzelt hat. Die einzige Frau ist Ende vergangenen Jahres gegangen. Angeblich lag das an ihrer Leistung."

Unternehmenskultur für 9.100 Mitarbeiter soll sich ändern

Der neue Chef Stefan Dohler gilt als Spezialist für schwere Fälle. Der Verkauf des Stromnetzes in Hamburg, der Ausstieg aus der Atomenergie, der Abschied von der Braunkohle... diese Themenbereiche hat Dohler in den vergangenen Jahren bei Vattenfall geregelt. Der gelernte Seemann hat Luft- und Raumfahrt, Wirtschaft und Management studiert und gilt als "effizient und geräuscharm", so Gerlach. Ob der Energieversorger EWE allerdings schnell wieder in ruhiges Fahrwasser kommt, müsse man aber abwarten. "Bei der EWE gab es in der Vergangenheit offenbar eine gewisse Selbstbedienungsmentalität, die EWE beschäftigt immerhin zwei Staatsanwaltschaften in Osnabrück und Oldenburg. Diese ermitteln unter anderem wegen mutmaßlicher Korruption und Steuerhinterziehung.

Eine Ladestation für E-Autos am Wall. [Quelle: SWB]
Der Bremer Energieversorger SWB ist eine Tochter des Oldenburger EWE-Konzerns. [Quelle: SWB]

Kündigungsschutz bei Bremer Tochter SWB

Der Bremer Energieversorger SWB ist eine Tochter der EWE in Oldenburg. Auswirkungen für das Unternehmen in Bremen und Bremerhaven sind momentan aber durch die Turbulenzen in Oldenburg nicht zu erwarten. "Die Verträge gelten bis 2025, Kündigungsschutz bis 2026. Was danach kommt, kann man natürlich nicht sagen," so Gerlach.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 19. September, 7:40 Uhr.

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