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Foodbus Delish Dreams

Zwei Freunde, ein Traum

13. August 2017

Zwei Männer aus Süddeutschland: Der eine war bis vor Kurzem Polizist, der andere floh vor sechs Jahren aus dem Iran. Sie sind Freunde geworden und haben jetzt in Baden-Württemberg ein rollendes Restaurant eröffnet: kein normaler Food Truck, sondern ein ehemaliger Linienbus. Zusammen haben sie sich einen Traum erfüllt. Die Idee dazu hatte Alireza schon eine Weile. Als er Philipp überzeugen konnte mitzumachen, wurde der Traum auf einmal umsetzbar.

Zwei Männer stehen im Küchenbereich ihres zum Foodbus umgebauter Linienbusses. [Quelle: Radio Bremen, Ninja Degen]
Alireza Shirvani und Philipp Kälberer in ihrem nagelneuen Foodbus [Quelle: Radio Bremen, Ninja Degen]

Bis vor Kurzem war der zwölf Meter lange Linienbus noch mit Fahrgästen auf der Straße unterwegs, sagt Neu-Unternehmer Philipp Kälberer. Zusammen mit seinem Freund Alireza Shirvani hat er den Bus gekauft und umgebaut. Geblieben sind nicht nur 18 Sitzplätze, auch die roten Halteknöpfe gibt es noch. Statt der Endstation steht vorne auf der Anzeige jetzt aber "Food Bus" und auf den Seiten sind Bilder von Sandwiches aufgedruckt – die Philipp und Alireza anbieten. Verkauft wird alles über eine Theke nach draußen, direkt aus der Küche heraus, die die beiden in die vordere Hälfte des Busses eingebaut haben.

Begeisterte Köche

Eng ist es im Bus, und manchmal geht es hoch her, erzählen die beiden. Gelernte Köche sind sie nicht. Philipp Kälberer ist 26 und eigentlich Polizist. Alireza Shirvani ist vor sechs Jahren wegen seines christlichen Glaubens aus dem Iran geflüchtet. Dort hat der 40-Jährige als Unternehmer gearbeitet. Die beiden Männer verbindet ihre Liebe zum Kochen:

Ich koche leidenschaftlich zu Hause, ich war früher als Kind immer in der Küche gestanden, habe meiner Mutter viel geholfen und wollte auch Koch werden, also das war so ein Kindheitstraum von mir. (Philipp)
Ich kann auch sehr gut kochen. Wenn man kocht ohne Liebe, das hat keinen Geschmack. (Alirezah)
Alireza Shirvani befestigt Werbung an seinem Foodbus. [Quelle: Radio Bremen, Ninja Degen]
Geschafft: Der Bus ist umgebaut, jetzt fehlt nur noch die Werbung. [Quelle: Radio Bremen, Ninja Degen]

Aus dem Traum wird Realität

Im Oktober 2016 begannen die beiden zu planen und fuhren zusammen auf die Street Food Convention nach Nürnberg. Nach Silvester wurde es dann konkreter: Sie kauften den Bus, und Philipp Kälberer machte den notwendigen Führerschein. Im März kündigte er seinen sicheren Job bei der Polizei – ein großer Schritt. Philipp kümmerte sich vor allem um die Organisation: die Finanzierung durch die Bank, um Werbung oder Stellplätze für den Bus. Bis der Food-Bus aber wirklich losrollen konnte, musste noch einiges umgebaut werden, knapp fünf Monate dauerte der Umbau. Gewerkelt hat vor allem Alireza:

Ich habe zuerst einen Traum gehabt, nachher habe ich einen Plan gehabt. (...) Man muss alles planen, und langsam, langsam habe ich mit Philipps Hilfe den Traum realistisch gemacht.

Den ersten Einsatz als fahrendes Restaurant hatte der Bus Ende Juni beim Food-Truck-Festival in München. Seitdem sind die beiden unterwegs. Unter dem Namen "Delish Dream" – "leckerer Traum" verkaufen sie ihre Sandwiches mit Falafel. Philipp:

Wir möchten die deutsch-iranische Kultur, wie wir’s als Geschäftsführer jetzt auch verbinden, auch im Essen verbinden. Die Falafel an sich kommt aus dem Iran, aus dem Süd-Iran, eben die Rezeptur von der Oma von Alirezas Frau. Und die Nebenzutaten, wie das Brötchen oder auch das ganze Gemüse, das kommt alles aus Deutschland.

Geschäftspartner und Freunde

Ihre Idee funktoniert, die deutsch-iranischen Sandwiches sind so beliebt, dass sie immer schnell ausverkauft sind. Sogar drei Aushilfen haben Philipp und Alireza schon eingestellt. Die beiden sind längst nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Freunde:

Das ist jetzt nicht so, dass ich meine Ziele habe und Alireza hat seine Ziele, sondern wir haben zusammen ein Ziel. Jetzt zählt’s erstmal eigentlich, diesen Bus anlaufen zu lassen, dass es gut funktioniert. (Philipp)
"Wir sind ganz gute Freunde geworden und nicht nur bei der Arbeit. Wir haben viel Spaß, wir reden viel. Manche Ideen braucht geeignete Leute. Machen wir einfach einen Traum realistisch. Wir arbeiten sehr stark, wir werden sehr müde manchmal, aber wir haben ein Ziel zusammen, und wir machen weiter. (Alireza)

Zwei Freunde und ihr Food-Bus [5:50 Minuten]

Dies Thema im Programm: Bremen Zwei, 13. August, 12:40 Uhr

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