Livestream

Bremen Zwei Themen

Jetzt neu: butenunbinnen.de, alles wichtige aus der Region

Frankfurter Buchmesse 2017

Bücher, Bücher, Bücher

12. Oktober 2017

In Frankfurt lief die größte Bücherschau der Welt. Wir berichteten live, trafen Autoren, informierten über den Ehrengast Frankreich und kommentierten die neuesten Trends.

Eine junge Frau liest auf der Frankfurter Buchmesse ein Buch [Quelle: Frankfurter Buchmesse, Peter Hirth]

Robert Menasse: Die Hauptstadt

Robert Menasse [Quelle: DPA, Arne Dedert]
Robert Menasse [Quelle: DPA, Arne Dedert]

"Die Europäische Kommission ist was Menschengemachtes, nichts Abstraktes." Diesen Gedanken wollte Robert Menasse in die Welt setzen. Sein Roman über Brüssel bringt Farbe ins Grau der Bürokratie. Und bringt uns die vielen Menschen, Kulturen, Mentalitäten nahe, die da irgendwie zusammenarbeiten müssen. Der Roman "Die Hauptstadt", Suhrkamp Verlag, wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet. Mit Silke Behl spricht Robert Menasse über den mittlerweile vergessenen Gründungsgedanken der EU und die gefährliche Vorherrschaft der Ökonomie.

Robert Menasse: Die Hauptstadt [9:56 Minuten]

Marion Poschmann: Die Kieferninseln

Marion Poschmann [Quelle: DPA, Arne Dedert]
Marion Poschmann [Quelle: DPA, Arne Dedert]

"Eigentlich verengen meine Figuren ihre Wahrnehmung" – Marion Poschmann hat einen poetischen und doch sehr aktuellen Roman über die Wanderung zweier Männer durch die sagenhaften Landschaften Japans geschrieben. Ein deutscher Bartforscher und ein japanischer Student sind auf der Flucht vor ihrem Leben und begeben sich dabei unversehens auf eine Reise zum Ich. Esther Willbrandt spricht mit der Autorin über Japan, Spiritualität und die Irrwege ihrer Roman-Figuren.

Marion Poschmann: Die Kieferninseln [6:26 Minuten]

Thomas Lehr: Schlafende Sonne

Thomas Lehr [Quelle: Stiftung Preussische Seehandlung, gezett]
Thomas Lehr [Quelle: Stiftung Preussische Seehandlung, gezett]

"Manchmal habe ich dann doch gedacht, die Situation ähnelt der vor 2014." Thomas Lehr hat für seinen neuen Roman, die Geschichte ganz genau studiert. Als er vor sieben Jahren mit dem Schreiben begann, wäre nicht auf die Idee gekommen, dass er 2017 solch einen Satz sagen würde. Aber heute – vor dem Hintergrund einer immer irrationaler werdenden Weltpolitik – wird ihm doch hin und wieder mal unheimlich. Im Gespräch mit Silke Behl erzählt Thomas Lehr, wie er in seinem Roman den Weg der politischen Macht nachzeichnet. Das Buch ist im Hanser Verlag erschienen.

Thomas Lehr: Schlafende Sonne [7:35 Minuten]

Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht

Philipp Blom [Quelle: DPA, Ulrich Baumgarten]
Philipp Blom, deutscher Schgriftsteller und Journalist. [Quelle: DPA, Ulrich Baumgarten]

"Demokratie ist ein Experiment mit offenem Ausgang", sagt der Historiker Philipp Blom. In seinem neuen Buch: "Was auf dem Spiel steht", erschienen im Hanser Verlag, widmet er sich dem Erfolg der Rechtspopulisten und der Frage, wie wir mit gesellschaftlichen Krisen und Schieflagen umgehen sollten, um die Demokratie zu erhalten in den riesigen Veränderungsprozessen, die auf uns zukommen. Im Gespräch mit Esther Willbrandt spricht er sich u. a. für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus.

Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht [7:04 Minuten]

Bremen auf der Buchmesse

Kinderbuchautorin Anna Lott [Quelle: Kathrin Truhart]
Die Bremer Kinderbuchautorin Anna Lott [Quelle: Kathrin Truhart]

Wie machen sich denn die Bremer auf der Buchmesse? Silke Behl ist in Frankfurt und hat Bremer Autorinnen und Autoren getroffen. Im Zentrum stehen Bestsellerautor Sven Regener mit seinem neuen Roman "Wiener Straße" und die Bremer Kinderbuchautorin Anna Lott, deren Buch: "Tildas Tierbande – Ein Wollschwein im Wohnzimmer", ist dieses Jahr der Spitzentitel bei DTV Junior. Und der Bremer Sujet Verlag hat mit dem Titel "Tarlan" von Fariba Vafi einen bedeutenden Preis, den LiBeraturpreis 2017, nach Bremen geholt.

Bremen auf der Buchmesse [5:03 Minuten]

Comics – spannend und vielfältig

Graphic Novel "Böse Geister". [Quelle: Radio Bremen]
Comics sind in Frankreich als Literaturgattung extrem beliebt

Im Gastland Frankreich wird nicht nur Sartre gelesen, sondern auch Comics – und zwar in rauen Mengen. Die Bande Dessinée, wie das Genre in Frankreich heißt, ist als Literaturgattung extrem beliebt und genauso hoch angesehen wie die Belletristik, ganz anders als bei uns. Esther Willbrandt hat sich auf der Buchmesse danach umgesehen, wie sich der Comic generell so schlägt und was es Neues gibt, jenseits von Superman und Asterix.

Comics auf der Buchmesse - spannend und vielfältig [5:35 Minuten]

Französischer Pavillon: Konzentration auf die Bücher und das Wort

Blick auf den französischen Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse 2017. [Quelle: DPA, Boris Roessler]
Blick auf den französischen Pavillon [Quelle: DPA, Boris Roessler]

Seit 1976 begrüßt die Frankfurter Buchmesse in jedem Jahr ein Land oder eine Region als ihren Ehrengast. Nach Flandern und den Niederlanden präsentiert sich auf der Bücherschau 2017 Frankreich als Ehrengast dem internationalen Messepublikum. Literaturexpertin Silke Behl ist für uns auf der Buchmesse und hat sich den französischen Pavillon angesehen.

Der Blick in den Pavillon zeigt "Völkerverbindendes": Deutsche Bücher, die ins Französische übersetzt worden sind, der Pavillon wirkt modern und transparent – luftige Regale, ohne Firlefanz – die reine "Konzentration auf die Bücher und das Wort", erzählt Silke Behl. Im Zentrum steht eine nachgebaute Gutenberg-Druckerpresse, auf der Autoren Texte drucken. Auffällig sei auch der "enorme Platz, den die Kinder- und Jugendliteratur einnimmt", das "ist alles sehr überzeugend". Der Pavillon stehe für die "Freiheit des Wortes, die Kraft des Wortes und für die Werte von Gleichheit und Brüderlichkeit".

Der französische Pavillon [5:50 Minuten]

Wie politisch ist die Buchmesse?

Stand Frankfurter Buchmesse 2011 [Quelle: Frankfurter Buchmesse, Peter Hirth]

Als der französische Staatspräsident Emmanuel Macron zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Frankfurter Buchmesse eröffnete, bezeichnete er die Literatur als "beste Waffe" gegen Fanatismus. Und doch sitzen in vielen Ländern der Welt politisch unliebsame Autoren im Gefängnis und schreiben in Krisengebieten unter schweren Bedingungen. Diesen Schriftstellern war in Frankfurt ein Abend gewidmet: "Zwischen Zeilen" – so lautete der Titel der Veranstaltung in der Katharinenkirche. Unsere Literatur-Redakteurin Esther Willbrandt war dabei.

Wie politisch ist die Buchmesse? [5:11 Minuten]

Gastauftritt von Michel Houellebecqe

Der französische Star-Autor Michel Houellebecq liest am 11.10.2017 im Schauspiel Frankfurt in Frankfurt am Main (Hessen) anlässlich der Buchmesse.  [Quelle: DPA, Boris Roessler]
Gast auf der Buchmesse: Der französische Star-Autor Michel Houellebecq [Quelle: DPA, Boris Roessler]

Er ist vielleicht der Star der französischen Literatur. Auch deshalb warteten viele gespannt auf den Auftritt des Autors Michel Houellebecq im Frankfurter Schauspielhaus. Einer der Höhepunkte im Rahmen des Auftritts von Ehrengast Frankreich. Seine Rede war gewürzt mit der Houellebecq-typischen Lust an der absurden Provokation. In seinem eigenwilligen Vortrag gab es zur Enttäuschung einiger Besucher jedoch keine Einlassung zum Roman "Unterwerfung".

Michel Houellebecq auf der Buchmesse [2:58 Minuten]

Deutscher Buchpreis für Robert Menasse

Silke Behl [Quelle: Radio Bremen, Maria Klindworth]
Kulturredakteurin und Jurymitglied Silke Behl. [Quelle: Radio Bremen, Maria Klindworth]

Kann man staubtrockene EU-Bürokratie in einen sehr unterhaltsamen Gesellschaftsroman verwandeln? Man kann, offenbar. Der Österreicher Robert Menasse hat ausgerechnet in der größten Krise der Europäischen Union mit "Die Hauptstadt" einen solchen Roman über die Eurokraten geschrieben – und dafür den Deutschen Buchpreis in Frankfurt erhalten.

Der preisgekrönte Roman spielt in Brüssel, in den Büros der Europäischen Kommission. Robert Menasse hat dafür intensiv recherchiert – und zwar vor Ort.

Silke Behl: "Dieser Roman muss viele Leser haben" [4:48 Minuten] Robert Menasse ausgezeichnet

Über 7.000 Aussteller aus 102 Ländern

Besucher der Buchmesse vor hohen Bücherregalen. [Quelle: Radio Bremen]
Das riesige Buchangebot lockt viele Besucher in die Hallen.

Monarchen, Politiker, Prominente – nicht nur Bücherwürmer kommen jedes Jahr zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Diesmal kamen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.


7.000 Aussteller aus 102 Ländern präsentieren ihre Buchneuheiten zunächst einem Fachpublikum und dann der Allgemeinheit. Dabei geht es vor allem ums Geschäft: Nirgendwo auf der Welt werden mehr Medienrechte gehandelt als auf der Buchmesse: Bücher, Hörbücher, aber auch Spiele, Filme und vieles mehr. Gastland ist Frankreich in diesem Jahr.

Weitere Beiträge und Gespräche auf Bremen Zwei:

Gespräch mit der Schriftstellerin Irene Dische Maissa Bey: Madame Lafrance [5:06 Minuten] Iris Radisch: Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben [7:09 Minuten] Buchtipp: "Außer sich" von Sasha Salzmann [4:52 Minuten] Shortlist: "Lyrik – der Brühwürfel der Welterkenntnis" Longlist: Bücher zu "Identität" und "Zugehörigkeit"

Bremen Zwei
Info & Service
Themen-Archiv