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68. Berlinale

Die Bären sind verteilt

Berlinale-Gold für Rumänien - Deutsche gehen leer aus

25. Februar 2018

Sex, Onanie und Sado-Maso: Der radikale rumänische Experimentalfilm "Touch Me Not" hat bei der 68. Berlinale überraschend den Goldenen Bären gewonnen. Regisseurin Adina Pintilie (38) erforscht in ihrem halbdokumentarischen Film Spielarten und Grenzen menschlicher Sexualität.

Goldener Bär [Quelle: Berlinale, Ali Ghandtschi]

Jury-Präsident Tom Tykwer sagte bei der Preisverleihung am Samstagabend, man habe nicht nur würdigen wollen, "was Kino kann, sondern auch, wo es hingehen kann". Das auch mit deutschem Geld realisierte Werk hatte die Kritiker gespalten. Die deutschen Favoriten gingen leer aus. Den Großen Preis der Jury holte die polnische Regisseurin Małgorzata Szumowska (44) mit ihrer Gesellschaftsparabel "Gesicht" ("Twarz"), die sich kritisch mit den Verhältnissen in Polen auseinandersetzt. Damit gingen die beiden wichtigsten Preise des Festivals an Frauen. Bei den Kritikern hatten ihre Filme nicht zu den heißen Favoriten gehört.

roter Teppich [Quelle: Internationale Filmfestspiele Berlin]
Die Berlinale findet in diesem Jahr zum 68. Mal statt. [Quelle: Internationale Filmfestspiele Berlin]

Bei den deutschen Kandidaten war die Enttäuschung groß. Wider Erwarten ging sogar Schauspieler Franz Rogowski (32) leer aus. Der Shootingstar der Berlinale überzeugte sowohl in Christian Petzolds Flüchtlingsdrama "Transit" wie auch in Thomas Stubers poetischem Liebesfilm "In den Gängen". Auch die beiden Filme, bei Kritikern hoch gehandelt, konnten keinen der Hauptpreise gewinnen. Das Nachwende-Drama "In den Gängen" bekam aber immerhin den Preis der Ökumenischen Jury und den Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater. Enttäuscht wurden auch die Hoffnungen von Marie Bäumer, die in "3 Tage in Quiberon" grandios Romy Schneider spielt.

Preise der Internationalen Jury

GOLDENER BÄR: "Touch Me Not" von Adina Pintilie (Rumänien)
SILBERNER BÄR, GROSSER PREIS DER JURY: "Gesicht" ("Twarz") von Małgorzata Szumowska (Polen)
SILBERNER BÄR, ALFRED-BAUER-PREIS für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet: "Die Erbinnen" ("Las herederas") von Marcelo Martinessi (Paraguay)
SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE: "Isle of Dogs" ("Isle of Dogs - Ataris Reise") von Wes Anderson (USA), Animationsfilm
SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN: Ana Brun in "Die Erbinnen" ("Las herederas") von Marcelo Martinessi (Paraguay)
SILBERNER BÄR FÜR DEN BESTEN DARSTELLER: Anthony Bajon in "Das Gebet" ("La prière") von Cédric Kahn (Frankreich) SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH: Manuel Alcalá und Alonso Ruizpalacios (Mexiko) für "Museo" (Museum) SILBERNER BÄR FÜR HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG: Elena Okopnaya für Kostüm und Design in "Dovlatov" von Alexey German Jr. (Russland)

Wie war die Berlinale 2018? [4:51 Minuten]

Faktencheck zur Berlinale

Das internationale Filmfestival "Berlinale" ist das größte Publikumsfestival der Filmbranche weltweit. Das wird an harten Fakten festgemacht: denn inklusive akkreditierter Fachbesucher, zieht es knapp eine halbe Million Menschen ins Kino.

Fakt ist auch, dass das Fachpublikum aus über 120 Ländern anreist. Zur Entstehung des Festivals gibt es zwei Fakten. Fakt eins: Das Festival wurde auf eine Initiative von Oscar Martay ins Leben gerufen. Martay war Film-Offizier der US Amerikanischen Alliierten. Er kam nach dem Krieg nach Berlin, um die deutsche Filmindustrie zu beaufsichtigen. Fakt zwei: auch ein gewisser Dr. Alfred Bauer, der bis 1976 die Berlinale leiten sollte, hatte 1951 eine Idee für Filmfestspiele in Berlin.

So oder so – einzig wichtiger Fakt hier: die Berlinale wurde 1951 ins Leben gerufen. Ebenfalls Fakt: heute geht die 68. Ausgabe zu Ende. Und zum Schluss noch ein Fun-Fact: damit alle Filmschaffenden und Freunde der Branche entspannt bleiben konnten, gab es in diesem Jahr zum ersten Mal "Red Carpet Yoga".

Ouvertüre: Berlinale [2:23 Minuten]

Wie arbeitet die Jury?

Zehn Tage voller Filme – und am Ende gibt es silberne und den goldenen Bären für den besten Film und die besten künstlerischen Leistungen. Wenn – ja, wenn die Jury auf der "Berlinale" gute Arbeit geleistet hat. Für die internationale Jury um Regisseur Tom Tykwer beginnt jetzt die heiße Phase, bevor Samstagabend die Preisträger verkündet werden.

Die Jury der 68. Berlinale [Quelle: Imago, Xinhua]
Die Jury der 68. Berlinale. [Quelle: Imago, Xinhua]

Andreas Dresen, Regisseur von Filmen wie "Sommer vorm Balkon", "Halbe Treppe" oder "Halt auf freier Strecke", ist selber in Berlin ausgezeichnet worden und hat vor fünf Jahren in der Berlinale-Jury gesessen. Er weiß: Der Freitag ist der heißteste Tag. Denn da trifft sich die Jury ein letztes Mal, um über die Preisträger zu debattieren.

Es ist dann ein bisschen so, als ob der weiße Rauch aufsteigen würde, wenn man entschieden hat.

Zehn Tage voller Filme – und am Ende gibt es silberne und den goldenen Bären für den besten Film und die besten künstlerischen Leistungen. Wenn ja, wenn die Jury auf der Berlinale gute Arbeit geleistet hat. Für die internationale Jury um Regisseur Tom Tykwer beginnt jetzt die heiße Phase, bevor Samstagabend die Preisträger verkündet werden.

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 4:56 Minuten
Datum: Freitag, 23. Februar 2018
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

In einer Jury werden auch Koalitionen geschlossen, sagt Dresen. Trotzdem sei diese Zeit sehr nett gewesen. "Wenn man Filme miteinander schaut, lebt man kleine Leben miteinander." Bei der letzten Sitzung könne man dann die anderen Jurymitglieder ganz gut einschätzen. Am Schluss sei es dann aber – wie in jeder Demokratie – eine Mehrheitsentscheidung.

Deutsche Produktionen im Wettbewerb

19 Filme gehen ins Rennen, um am kommenden Sonntag einen der Bären der Berlinale zu ergattern. Mit dabei sind auch einige deutsche Produktionen. Einige dieser Film sind nicht gerade mit Wohlwollen aufgenommen worden, weiß Bremen-Zwei-Filmkritiker Jürgen Francke. Er hat sich mit den Beiträgen aus Deutschland näher befasst – auch mit denen abseits des großen Wettbewerbs.

Die Darsteller von "Das schweigende Klassenzimmer" zusammen mit Regisseur Lars Kraume [Quelle: Imago/APress]
Die Darsteller von "Das schweigende Klassenzimmer" zusammen mit Regisseur Lars Kraume [Quelle: Imago/APress]

Bei Philip Grönings knapp dreistündigem Geschwisterepos "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" rannten die Kritiker bei der Voraufführung scharenweise aus dem Kino. Und das in einer Phase des Films, als die beiden Protagonisten – zweieiige Zwillinge – über Philosophie im Allgemeinen und die Zeit im Besonderen schwadronieren. Zeit spiele in seinem Film eine wichtige Rolle, sagt der Regisseur.

Romy Schneider und eine DDR-Schulklasse

Wer sein Wohlwollen nach zwei Stunden im Kino noch nicht aufgebraucht hat, wird im Folgenden mit einer urplötzlichen Gewaltorgie konfrontiert, die ihresgleichen sucht. Aber die deutschen Regisseurinnen und Regisseure können bei dem diesjährigen Filmfest auch anders – unter anderem im Film "Drei Tage in Quiberon“ spielt Marie Bäumer die Schauspiellegende Romy Schneider.

Dann gibt es noch einen rundum gelungenen Film, der nicht im Hauptwettbewerb läuft: "Das schweigende Klassenzimmer" von Regisseur Lars Kraume. Die authentische Geschichte einer DDR-Schulklasse, die 1956 heimlich im Westradio vom Ungarischen Volkaufstand hört und beschließt, im Unterricht zwei Schweigeminuten einzulegen.

Bilanz der deutschen Filme [3:54 Minuten]

Krieg und Frieden rund um Festivalleiter Kosslick

Die 68. Berlinale ist die vorletzte unter dem amtierenden Festivalchef Dieter Kosslick. Nach den nächsten Filmfestspielen ist für ihn nach fast 20 Jahren Schluss. Der Berlinale steht ein Generationswechsel ins Haus und wenn man den Schlagzeilen der vergangenen Monate glaubt, kann die Filmwelt es kaum erwarten, Dieter Kosslick gehen zu sehen.

Seit gut einer Woche läuft die Berlinale – es ist die vorletzte unter dem amtierenden Festivalchef Dieter Kosslick. Nach den nächsten Filmfestspielen ist für ihn nach fast 20 Jahren Schluss. Der Berlinale steht ein Generationswechsel ins Haus und wenn man den Schlagzeilen der vergangenen Monate glaubt, kann die Filmwelt es kaum erwarten, Dieter Kosslick gehen zu sehen.

Autor/-in: Marius Zekri
Länge: 3:16 Minuten
Datum: Mittwoch, 21. Februar 2018
Sendereihe: Der Morgen | Bremen Zwei

Am Mann mit dem Hut gab es im Vorfeld der Berlinale viel Kritik. Seine Art, die Filmfestspiele zu gestalten, findet in der Branche nicht nur Freunde. Viele werfen ihm mangelnde künstlerische Visionen vor und eine unispirierte Art, den Wettbewerb der Berlinale, also das Kernstück des Festivals, zusammenzustellen. Aber jetzt, während die Berlinale läuft, ist die Kritik an Kosslick kaum noch zu hören – im Gegenteil. Bremen-Zwei-Reporter Marius Zekri hat mit Fans und Feinden – und auch mit Dieter Kosslick über das Thema gesprochen.

Berlinale Nighttalk

Jeden Abend ab 22 Uhr bei uns live aus der Hauptstadt.

Willem Dafoe erhält den Goldenen Ehrenbären

Willem Dafoe [Quelle: image/ Future Image]
Willem Dafoe ist nicht nur für sein markantes Aussehen bekannt. [Quelle: image/ Future Image]

Sein Gesicht ist ausgesprochen markant: Blaue Augen, eine breite Mundpartie eingerahmt von großen und tiefen Wangenfalten. Der amerikanische Schauspieler Willem Dafoe, Anfang 60, aufgewachsen in der Provinz im Norden der USA, hat schon früh angefangen, vor Publikum zu spielen: Bereits in jungen Jahren tourte er mit einer experimentellen Theatergruppe durch die Vereinigten Staaten und Europa.

Dafoe bekam seine erste – sehr kleine – Filmrolle 1980 in Michael Ciminos "Heaven’s Gate". Sechs Jahre später kannte ihn bereits die gesamte Kinowelt. In Oliver Stones Vietnam-Drama "Platoon" brannte sich eine Szene ins Gedächtnis des Publikums: Der grausame Tod von Willem Dafoe als Sergeant Elias im Kugelhagel. Gewaltdarstellungen in vielfältiger und manchmal extremer Form begleiteten auch später den Werdegang von Dafoe.

Dreimal war er bereits für den Oscar nominiert – bisher erfolglos. Dafür erhält er aber in diesem Jahr den Goldenen Ehrenbären der Berlinale.

Jürgen Francke stellt den Ehrenbär-Preisträger vor:
Im Porträt: Willem Dafoe [3:22 Minuten]

Halbzeit auf dem Filmfest

19 Filme laufen im Wettbewerb und können sich Hoffnungen machen, am kommenden Sonnabend mit einem Bären prämiert zu werden. Nach dem ersten Wochenende und vier prall gefüllten Festivaltagen ist jetzt schon einmal Gelegenheit für eine erste Zwischenbilanz. Unser Kollege Bernd Scholz hat in den letzten Tagen die Augen offen gehalten und schon die Hälfte der Wettbewerbsfilme gesehen.

Zwischenbilanz der 68. Berlinale [4:59 Minuten]

Sein bisheriger Favorit: Der Eröffnungsfilm "Isle of Dogs" von Wes Anderson. Ob der aber auch den Geschmack der Jury rund um Regisseur Tom Tykwer getroffen hat, bleibt abzuwarten.

Filmgeschäfte zwischen Tanzfläche und Buffet

Kein Filmfest ohne Partys. Tagsüber geht es auf der Berlinale vor allem um Filme – aber abends? Da wird gefeiert. Die Partys auf dem größten deutschen Filmfestival sind begehrt, aber wer keine Einladung hat, muss draußen bleiben. Bremen-Zwei-Reporter Marius Zekri konnte auf der Berlinale einen Blick hinter die Partykulissen werfen.

Der erleuchtete Alexanderplatz in Berlin [Quelle: Imago, Photocase]
Nachts sind alle Katzen grau. Das gilt aber nicht in Berlin! [Quelle: Imago, Photocase]

Da stand er dann schon mal zusammen mit Elyas M’Barek am Tresen, sieht Ken Duken wild tanzen und unterhielt sich mit Detlev Buck über verpasste Kinopremieren. Auf Partys von Fördergremien und Institutionen, wie etwa dem Medienboard oder auch der ARD, ginge es natürlich auch darum, gesehen zu werden und zwischen Buffet und Bar den einen oder anderen Deal festzuklopfen, sagt der Schauspieler Hannes Jaenicke.

Das Berliner Nachtleben während des Filmfests [4:47 Minuten]

Nordmedia-Night – mehr als Schampus und Schnitten

Nordmedia-Night auf der Berlinale. Bremen-Zwei-Reporter Bernd Scholz war am Freitagabend dabei. Auf dem Branchentreff gab es nicht nur Champagner und Buffet, es wurden auch neue Projekte angebahnt – und Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. "Insgesamt gab es in Bremen und Niedersachsen 2017 über 800 Drehtage für Produktionen. Zum Beispiel wurden viele Szenen des aktuellen Films "Die kleine Hexe" im Harz gedreht", so der Reporter.

Die Berlinale ist immer auch eine Art "Messe", auf der sich Produzenten, Regisseure und alle möglichen anderen Filmarbeiter treffen. Traditionell gibt es auch die "Nordmedia"- Night. Ein Branchentreff der norddeutschen Filmindustrie. Bremen-Zwei-Reporter Bernd Scholz war dabei.

Autor/-in: Bernd Scholz
Länge: 4:47 Minuten
Datum: Samstag, 17. Februar 2018
Sendereihe: Der Samstagmorgen

Insgesamt sind sieben Projekte mit Nordmedia-Beteiligung auf der Berlinale zu sehen. Darunter: Dokumentationen und Komödien wie "Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?" Ein sehr ungewöhnlicher Titel für einen Film, so Reporter Scholz. Die Regisseurin glaubt allerdings, dass damit auch eine "Frage unserer Zeit" im Mittelpunkt steht und viele den Titel deswegen nachvollziehen könnten.

Der Maschinenraum der Berlinale

Die Magie des Kinos kann man gerade bei über 1.000 Filmvorführungen auf der Berlinale erleben. Ein voller Kinosaal, gespannte Erwartung, ein Lichtstrahl, der den Film auf die Leinwand wirft und ein leise ratternder Projektor – doch die Zeiten von Projektoren und Filmrollen sind lange vorbei, und statt Zelluloid werden jetzt auf einem der größten Filmfestspiele der Welt gewaltige Datenmengen verwaltet – Bremen-Zwei-Reporter Bernd Scholz war dort, wo auch der schönste Film erst einmal nur aus Nullen und Einsen besteht.

Die Magie des Kinos kann man gerade bei über 1000 Filmvorführungen auf der Berlinale erleben. Ein voller Kinosaal, gespannte Erwartung, ein Lichtstrahl, der den Film auf die Leinwand wirft und ein leise ratternder Projektor – doch die Zeiten von Projektoren und Filmrollen sind lange vorbei und statt Zelluloid werden jetzt auf einem der größten Filmfestspielen der Welt gewaltige Datenmengen verwaltet – unser Kollege Bernd Scholz war dort, wo auch der schönste Film erst einmal nur aus Nullen und Einsen besteht.

Autor/-in: Bernd Scholz
Länge: 3:07 Minuten
Datum: Freitag, 16. Februar 2018
Sendereihe: Bremen Zwei

Das Filmoffice ist unscheinbar in einer Seitenstraße des Potsdamer Platzes versteckt, dabei ist es die Schaltzentrale der Berlinale. Schon Wochen im Voraus schicken die Filmemacher ihre Filme an das Filmbüro, wo sie noch mal geprüft und gespeichert werden. Während der Berlinale sind die Mitarbeiter dafür zuständig, dass jeder Film zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Kino ist, damit keine Leinwand schwarz bleibt.

Berlinale Nighttalk

Jeden Abend bei uns ab 22.00 Uhr!

Der Leiter des Filmoffice, André Stever, erinnert sich noch an die Zeit, als die 25 Kilogramm schweren Filmrollen in Lastwagen angeliefert wurden. Heute ist die ganze Berlinale digital und die Filme werden per Datentransfer oder Festplatte geschickt. Der Serverraum des Filmbüros ist die zentrale Schnittstelle zur Weiterleitung der Daten vom zentralen Speicher zu den Kinos. Der Datenspeicher ist mit 500 Terrabyte so groß, dass er nach Berlin-Moabit ausgelagert werden musste.

Eröffnungsfilm "Isle of Dogs" von Wes Anderson

Greta Gerwig, Tilda Swinton und Wes Anderson bei der Eröffnung der Berlinale 2018. [Quelle: DPA, Ralf Hirschberger]

Wie war die Eröffnung der Berlinale? [4:32 Minuten]

Mit "Isle of Dogs" wurde die Berlinale das erste Mal mit einem Animationsfilm, aber nicht mit dem ersten Film von Wes Anderson eröffnet. 2014 wurde ihm bereits mit "Grand Budapest Hotel" diese Ehre zuteil. Die Geschichte über eine Gruppe von Hunden in Japan, die von einem dikatorischen Bürgermeister auf eine Müllinsel verbannt werden, ist ein typisches Werk des Regisseurs. Er erschafft wieder eine ganz eigene Welt, in der skurrile Charaktere und Freundschaft eine große Rolle spielen. Als Synchronsprecher konnte er eine Reihe großer Schauspieler wie Tilda Swinton, Bill Murray und Jeff Goldblum gewinnen, die auch zur Filmvorführung in Berlin angereist sind.

#Metoo-Debatte prägt die Berlinale

Plakat der Berlinale 2018 [Quelle: Internationale Filmfestspiele Berlin  / Velvet Creative Office]
Das offizielle Plakatmotiv der Berlinale, die vom 15. bis zum 25. Februar 2018 in Berlin stattfindet. [Quelle: Internationale Filmfestspiele Berlin / Velvet Creative Office]

"Das wird eine Berlinale des Übergangs. Berlinale-Chef Dieter Kosslick geht. Er hat das Festival ja immer auch politisch definiert, und so hat er die aktuelle #metoo-Debatte auch ins Programm mit eingebaut. Es gibt unter anderem eine hochkarätig besetzte Diskussionrunde zum Thema "sexuelle Belästigung in der Film und TV-Branche." Spannend ist laut Reporter Scholz dabei die Frage, wie sich die Schauspielerinnen und Regisseurinnen auf dem roten Teppich präsentierten. "Auf Highheels oder mit Sneakers, im Abendkleid?"

Glamour, Glanz und Unterhaltung satt – die Filmwelt schaut wieder nach Berlin! Die Berlinale gehört zu den bedeutendsten Ereignissen der Filmbranche. Vom 15. bis 25. Februar 2018 werden rund 400 Filme bei den "Internationalen Filmfestspielen" in Berlin zu sehen sein. Wir sind für Sie dabei. Heute hat sich unser Reporter Bernd Scholz mit einem Auftaktbericht gemeldet...

Autor/-in: Bernd Scholz
Länge: 5:10 Minuten
Datum: Donnerstag, 15. Februar 2018
Sendereihe: Der Morgen

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Die Bären sind verteilt

Berlinale startet mit Animationsfilm

Filmisch betrachtet gibt es gleich zum Auftakt ein Schwergewicht. "Isle of Dogs" von Wes Anderson. "Bei über 400 Filmen gibt es aber die Chance, sehr viel Neues zu entdecken. 19 Wettbewerbsfilme gibt es insgesamt, darunter sind vier deutsche Produktionen. Seit 2004 hat kein deutscher Film den Goldenen Bären gewonnen. Mit im Rennen ist Christian Petzold. Der hat den Roman "Transit" von Anna Seghers verfilmt, in dem ein Dissident die Identität eines Toten annimmt, um aus Europa zu flüchten".

Berlinale-Nighttalk

Mit Knut Elstermann läuft jeden Abend von 22.00 Uhr bis Mitternacht. Am Abend der Bärenvergabe sogar bereits ab 21.00 Uhr. Hier erfahren Sie alles über die wichtigsten Filme und Gesprächsthemen des Festival-Tages. Schauspieler und Regisseure plaudern live.

Jedes Jahr im Februar steht Berlin traditionell im Zeichen des Films: Auf der Berlinale tummeln sich internationale Stars aus der ganzen Welt.

Erwartet werden unter anderem Bill Murray, Tilda Swinton, Bryan Cranston, Jeff Goldblum, Greta Gerwig, Rosamund Pike, Daniel Brühl, Jeff Daniels, Isabelle Huppert, Rupert Everett, Marie Bäumer, Emily Watson und Robert Pattinson sowie die Kultregisseure wie Steven Soderbergh und Gus Van Sant. Der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Tom Tykwer wird in diesem Jahr "Herr über den Goldenen Bären" sein – als Präsident der Jury

Alle Informationen zu den Internationalen Filmfestspielen in Berlin:
Berlinale – Die offizielle Website

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 15. Februar 2018, 6:46 Uhr

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