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Insektizid-Rückstände

Supermärkte nehmen Eier aus dem Verkauf

2. August 2017, 17:20 Uhr

Der Skandal um Eier, die mit einem Anti-Läusemittel verseucht sind, weitet sich auch in Niedersachsen und Bremen aus. Fünf Betriebe sind gesperrt worden. Nach Rewe und Penny nimmt nun auch Aldi Eier aus dem Verkauf. Neben Eiern aus den Niederlanden sind auch Eier aus Deutschland betroffen.

Eier liegen in einem Eierkarton [Quelle: Imago, imagebroker]
In Niedersachsen sind Rückstände der Chemikalie Fipronil gefinden worden. [Quelle: Imago, imagebroker]

Bei folgenden Chargen sind laut dem niedersächsischen Agrarministerium überhöhte Rückstandsbelastungen mit dem Wirkstoff Fipronil festgestellt worden:

0-NL-4310001
1-NL-4167902
1-NL-4385701
1-NL-4339301
1-NL-4339912
2-NL- 4385702
1-NL-4331901
2-NL-4332601
2-NL-4332602
1-NL-4359801
1-NL 4128604
1-NL 4286001
0-NL 4392501
0-NL 4385501
2-NL-4322402
1-NL-4322401
0-NL-4170101
1-NL-4339301
1-NL-4385701
1-NL-4331901
1-DE-0357731
1-DE-0358001
0-DE-0360521
1-DE-0358001
0-DE-0360521

Die Nummern sind auf den Eierschalen aufgedruckt. Die Eier sollten zurückgegeben werden. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer hat die Chargen an das Portal lebensmittel.de weitergeleitet. Dort sollen sie veröffentlicht werden. Sollten künftig weitere Chargen entdeckt werden, werde die Liste ergänzt.

Lebensmittelwarnung für Niedersachsen

Betrieb stellt Selbstanzeige

Ein Betrieb aus der Grafschaft Bentheim hatte ein Desinfektionsmittel eingesetzt, in dem Fipronil enthalten war. Er habe eine Selbstanzeige gestellt, sagte Meyer. Darüber hinaus wurden Meyer zufolge nach Ermittlungen der niederländischen Behörden vier weitere niedersächsische Betriebe mit einem Putzmittel beliefert, das den Wirkstoff beinhaltet. Drei davon seien ebenfalls aus dem Landkreis Bentheim, einer aus dem Emsland. Sie seien ebenfalls gesperrt worden, Untersuchungen laufen.

Bremen auch betroffen

Die Landwirte seien davon ausgegangen, ein zugelassenes Mittel zu kaufen, betonte Meyer. Sie treffe nach derzeitiger Erkenntnis keine Schuld. Niedersachsen werde jetzt flächendeckend Eier auf Rückstände des Insektizids untersuchen.

Nach Angaben des Bremer Ressorts für Gesundheit und Verbraucherschutz gibt es inzwischen Erkenntnisse, dass mit Fipronil verseuchte Eier auch Bremen geliefert wurden.

Zuerst hatten niederländische Behörden Millionen mit dem Insektizid verseuchte Eier aus Supermärkten zurückrufen lassen. Nach Angaben des Niedersächsischen Agrarministeriums war bei Legehennenbetrieben festgestellt worden, dass ein für die Reinigung und Desinfektion von Ställen zugelassenes Mittel mit Fipronil in Verbindung gekommen war.

Wolfgang Kurtz aus Hannover über die aktuelle Lage:
buten un binnen.de: Bislang keine weiteren verseuchten Eier in Bremen

Was ist Fipronil?

Der Wirkstoff wird bei Hunden und Katzen als Mittel zur Bekämpfung von Parasiten eingesetzt. Bei Lebensmittel liefernden Tieren ist die Anwendung verboten; Fipronil ist in Lebensmitteln nicht zugelassen. Der Wirkstoff kann toxisch auf das Nervensystem wirken.

"Null Prozent Toleranz" bei verseuchten Eiern" [3:54 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 2. August 2017, 17.20 Uhr

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