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Neues Album "Grand Départ"

Fritz Kalkbrenner im Interview


Fritz Kalkbrenner im Studio [Quelle: Fritz Kalkbrenner]
Fritz Kalkbrenner telefoniert mit Bremen [Quelle: Fritz Kalkbrenner]

Fritz Kalkbrenner gehört zum Jetset des deutschen Elektropop und kommt ständig in der Welt herum. Als Produzent und DJ pendelt er zwischen Berliner Studio und Gigs auf allen Kontinenten. Aus dem Schatten seines großen Bruders Paul, dessen Hit "Sky And Sand" er gesungen hat, konnte er sich inzwischen längst befreien. Im Interview spricht Fritz Kalkbrenner über sein neues Album "Grand Départ", Songwriting im Indischen Ozean und seine Reaktion auf Hater, die DJ-Auftritte nicht als Konzerte durchgehen lassen.

Fritz Kalkbrenner hat gerade seine neue Single "In This Game" veröffentlicht, im Oktober kommt sein viertes Studioalbum "Grand Départ", deshalb hat er sich in ein Berliner Radiostudio gesetzt, um Interviews zu geben. Für Bremen Vier hat ihn Moderatorin Julia Bamberg angerufen, um ein bisschen zu plaudern.

Ist es dir eigentlich schon mal passiert, dass dich irgendwer mit dem falschen Namen angesprochen hat?

Mit dem falschen Namen? Hubert oder so?

Nein, wegen deines Bruders!

Nee, wir sehen uns nicht so ähnlich, also passiert das nicht.

Du bist zur Zeit wieder viel unterwegs: Chiemsee, London, Ibiza, Marseille - gibt es irgendwas, das dich am Reisen nervt?

Man macht das ja schon ziemlich lange und hat so seine Routinen und Tricks und weiß, wie man da aufpassen muss. Es hat sich natürlich alles ein bisschen platt gelaufen, aber der Aufwand wird ja immer mit einer hoffentlich schönen Show belohnt.

Was darf unterwegs auf keinen Fall fehlen, damit du nicht nervös wirst?

Nervös wird man nie, ist ja alles beschaffbar. Aber Zahnbürste packt man natürlich ein.

Du bist schon viel rumgekommen in der Welt, gibt's noch irgendeinen Ort, wo du noch nie warst und gern mal auflegen würdest?

In Edinburgh hab ich noch nie eine Show gespielt, könnte ich mal machen!

Im Oktober kommt dein neues Album "Grand Départ" - hast du das dann auch on the road geschrieben?

Naja, bei den Kompositionen reden wir ja über einen ganz langen Zeitraum, zehn bis zwölf Monate arbeitet man an Skizzen, bis sie ein gewisses Level erreicht haben, und dann kommt die Endfertigung, zwei bis vier Monate im Studio in Berlin, wo alles festgezurrt wird, mit Vocals und Studiomusikern. Und die Vocals habe ich tatsächlich abroad geschrieben, im Indischen Ozean, irgendwo auf einer Landmasse im Indischen Ozean.

Das heißt, du schreibst Songs tatsächlich zum einen länger am Stück und dann nochmal kurz?

Cover der Fritz-Kalkbrenner-Single "In This Game" [Quelle: BMG]

Das hängt ja zusammen. Die Grundidee des Songs wird erarbeitet, ist dann fest vereinbart, dann fängt man an, ein bisschen Text zu schreiben, der schiebt die Produktion an, und dann hat man so einen Arm voll, zwölf bis 15 Nummern, mit denen geht man dann ins Studio, mit den ganzen Einzelspuren - und dann wird es im Studio fein ausgearbeitet, werden Sachen zusätzlich aufgenommen und so.

Wie würdest du den Albumtitel selbst ins Deutsche übersetzen: Abfahrt, Start, Reise?

Das ist ein Radfahrerterminus: Grand Départ ist bei der Tour de France der Starttag. Ein Album ist ja immer wieder ein neuer Start für einen Künstler - man versucht, so einen Neustart für sich selbst hinzulegen, nicht nur sein altbekanntes Rezept wiederzukäuen, sondern immer einen kleinen Schritt weiterzugehen. Das ist also als Ansporn für mich selber, und dann hoffentlich auch für die Zuhörer.

Was ist für dich neu?

Man hat seine eigene Formsprache, aber versucht, immer einen kleinen Schritt weiterzugehen, zum Beispiel im Einsatz von Studiomusikern, Streicher zum ersten Mal, Viola, Violoncello. Wir haben Drumstrukturen aufgebrochen, um bewusst zu verkomplizieren, weg vom Discofoxtrott. Man geht Schritt für Schritt ein bisschen weiter auf den Sound zu, den man selber machen möchte.

Es gibt ja auch immer Hater, die sagen: DJ-Konzerte sind keine Konzerte, die drücken da nur so ein paar Knöpfchen. Was würdest so solchen Typen sagen?

Nüscht. Latte. Die laufen mir nicht über den Weg, können ruhig reden. Ist mir egal.

BremenVier.online, 25. August 2016

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