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Werder Bremen

Baumann: "Selbstbewusst gegen die Bayern antreten!"


Frank Baumann im Hörfunk-Studio von Radio Bremen [Quelle: Radio Bremen]
Ein entspannter Frank Baumann will mit Werder selbstbewusst in die Saison starten.

Wir haben Redebedarf: Frank Baumann ist seit 1999 bei Werder Bremen, seit ein paar Monaten ist er dort der Chef. Wir blicken gespannt auf die am Freitag startende Saison 2016/2017 und fragen uns, was das DFB-Pokal-Aus gegen Lotte für die Fans und was es für Werder für den Bundesligastart und die kommende Zeit bedeutet.

Roland Kanwicher und Olaf Rathje haben Frank Baumann in ihre Morgenshow eingeladen, und auch ihr konntet über unseren Studiobutton Fragen schicken, die Roland und Olaf Frank in Teil zwei des Interviews gestellt haben.

Das Pokal-Aus in der ersten Runde gegen Lotte ist jetzt zwei Tage her. Wie fühlst du dich?

Wir mussten uns schon kräftig schütteln, dass wir das verdauen. Wir müssen nach vorne kucken, Lehren aus Lotte ziehen, das Spiel wurde sehr genau analysiert. Jetzt freuen wir uns auf den Bundesligastart gegen Bayern.

Wie genau wollt ihr die Lehren ziehen?

Wir haben im letzten Jahr in der Bundesliga in Spielen, in denen wir Favorit waren, zu wenig Punkte geholt. Wir wollen jetzt als Mannschaft anders auftreten, wir müssen in jedes Spiel mit einer hundertprozentigen Einstellung reingehen - in der letzten Saison konnten wir auch Top-Mannschaften auswärts schlagen. Die Qualität ist da. Nur müssen wir die in jedem Spiel auch 90 Minuten auf den Platz bringen.

Ist nach dem Dämpfer gegen Lotte die Freude auf die Bayern tatsächlich noch da?

Frank Baumann im Hörfunk-Studio von Radio Bremen [Quelle: Radio Bremen]
Guter Start in den Morgen. Und in die Saison?

Die Gefühlswelt der Werder-Fans hat eine große Achterbahnfahrt hinter sich: Man hatte Angst um den Klassenerhalt, dann konnte man ein paar Tage durchschnaufen. Dann gab es ein paar wichtige Abgänge, da war die Skepsis sehr groß. Durch ein, zwei Transfers ist dann fast schon wieder Euphorie ausgebrochen. Wir haben viele neue Spieler, das braucht seine Zeit. Jetzt nach der großen Enttäuschung in Lotte ist die Skepsis wieder sehr groß, aber wir freuen uns auf das Spiel am Freitag: Da schaut ganz Deutschland auf uns, da können wir einiges gutmachen.

Könntest du nicht durchdrehen: Erst dieser Moment, wo in der 88. Minute der Klassenhalt geschafft wird, die Green-White-Wonderwall sich auf die nächste Saison vorbereitet - und dann hat man, bevor es überhaupt losgeht, durch das Spiel in Lotte schon wieder eine Situation, dass man so ein kritisches Gespräch wie dieses hier führen muss.

Wir müssen mit den Tatsachen leben. Wir wussten, dass es weiterhin ein harter Weg wird. Wir haben uns in der Rückrunde aus eigener Kraft gerettet - dass in dieser Saison nicht direkt alles super laufen würde, war klar. Wir haben Geduld, wir arbeiten aber auch sehr intensiv mit der Mannschaft, dass wir unsere Qualitäten auf den Platz bringen können und eine ruhigere Saison spielen können als die letzte es war.

Vestergaard, Öztunali, Ujah - wichtige Spieler sind weg. Gestern habt ihr Robert Bauer verpflichtet.

Robert hat in der letzten zwei Jahren in Ingolstadt gezeigt, welche Leistungen er bringen kann. Er ist sehr flexibel, ein Spieler mit einer Top-Einstellung, der defensiv seine Stärken hat. Das war ja bei uns in der letzten Saison ein Problem, dass wir zu viele Gegentore bekommen haben. Ich glaube, dass er uns da weitere Stabilität geben kann.

Frank Baumann im Hörfunk-Studio von Radio Bremen [Quelle: Radio Bremen]
Eure Fragen an Frank Baumann.

Während des Live-Interviews habt ihr uns Mails ins Studio geschickt, die wir zusammengefasst und Frank Baumann im Talk live gestellt haben.

Ist Viktor Skripnik noch der richtige Trainer?

Wir sind von Viktor und seinem Team überzeugt. Er hat in den letzten beiden Jahre schwierige Situationen gemeistert. Er hat die Mannschaft in einer schwierigen Phase übernommen und fast in die Euroleague geführt. Er hat die Mannschaft gerettet. Es war auch immer wieder ein Trend zu erkennen, wir waren auf Platz acht in der Rückrundentabelle, sind ins Pokalhalbfinale eingezogen, haben ein gutes Spiel gegen Bayern gemacht - wir sind von ihm absolut überzeugt und werden unsere Meinung definitiv nicht nach einem Spiel ändern.

Eine Frage zur Emotionalität des Trainers: Wie kann Skripnik immer so stoisch, fast schicksalsergeben am Spielfeldrand stehen?

Viktor ist Viktor. Am Anfang, als alles gut lief, wurde er für seine Ruhe gefeiert, jetzt legt man es ihm anders aus. Wichtig ist, dass er die Mannschaft erreicht. Das kann man natürlich nach so einem Spiel nicht mit Argumenten belegen, aber die Mannschaft wurde sehr gut vorbereitet, konnte ihre Leistung aber nicht umsetzen. Das hat aber nichts mit dem Trainer zu tun.

Momentan gibt es viele verletzungsbedingte Ausfälle, es hat viele Transfers und Abgänge gegeben. Wird sich im Sturm etwas tun?

Wir prüfen den Markt und schauen, ob wir uns noch sinnvoll verstärken können. Aktuell gehen wir nicht davon aus, dass wir noch etwas machen werden. Wir haben einige Alternativen: Aron Jóhannsson ist auf einem guten Weg, wir haben mit Johannes Eggestein eines der Top-Talente im Sturm, wir haben Lennart Thy geholt, dahinter haben wir mit Junuzovic, Grillitsch, Bartels sehr viele Alternativen, die auch im letzten Jahr gezeigt haben, dass sie ihre Leistung bringen können und deshalb werden wir nur etwas machen, wenn wir uns wirklich sportlich verstärken können.

Was ist die Perspektive, die du dir für Werder wünschst?

Wichtig ist, dass wir den Fans das Gefühl geben, dass wir von der ersten bis zur letzten Minute alles geben. Wenn wir das schaffen, dann bin ich überzeugt, dass wir die Fans weiter hinter uns haben, dass wir auch eine bessere Saison als letzte Saison spielen. Wir wollen uns weiter stabilisieren, das geht nicht von heute auf morgen, wir sind aber überzeugt, dass wir das mit der Mannschaft, die wir haben, auch schaffen werden.

Ist es ein dankbarer Start, die Saison bei den Bayern zu beginnen?

Wir wollen mutig ins Spiel gehen. Wir hatten letztes Jahr zwei Spiele in München, das eine haben wir sehr deutlich verloren, weil wir uns von vornherein ergeben hatten. Beim Pokalspiel waren wir sehr selbstbewusst und standen kurz vor der Sensation. Wir müssen sehr selbstbewusst rangehen, müssen uns das Selbstvertrauen, das in Lotte verlorengegangen ist, wieder zurückholen, durch gewonnene Zweikämpfe gegen Ribéry und Lewandowski, durch gute Aktionen. So wollen wir ins Spiel gehen.

Clip: Baumann bei Radio Bremen

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BremenVier.online, 24. August 2016

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