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Auf ein Wort

So wahr mir Gott helfe

Von Elisabeth Brinkmann

23. Juli 2017

"Ich denke an dich", das sagen viele Menschen zu einem Freund, den Kindern, ihrem Lebenspartner oder einer Freundin, besonders wenn die eine schwere Aufgabe vor sich haben; wenn eine Prüfung bevorsteht; jemand ins Krankenhaus kommt oder auch nur alltägliche Sorgen hat. Menschen denken aneinander und wissen sich gerne miteinander verbunden. Und ich spüre, wie gut es tut, wenn jemand an mich denkt. Wenn jemand meine Sorgen und Nöte und auch die Freude mit mir bedenkt.

"Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude", dieser Satz verliert wohl nie seine Gültigkeit. Und es ist das, was Menschen sich immer wieder wünschen. Diese Verbundenheit, jemanden auch sagen zu können: „Heute ist es nicht so leicht für mich, denk doch bitte an mich!“ Mir persönlich tut es immer gut. Ich fühle mich dann nicht so allein, auch wenn dadurch mein Alltag nicht unbedingt leichter wird. "Ich denke an dich", gibt mir das Gefühl nicht allein zu sein. "Ich denke an dich", lässt mich in der Gewissheit leben, jemand nimmt Anteil an meinem Leben, interessiert sich für mich. Lässt ein kleines soziales Netz entstehen, in dem ich mich geborgen fühle.

"Ich denke an dich und werde für dich beten", diese Worte machen eine noch andere Verbundenheit deutlich. Eine Verbundenheit, die im Vertrauen auf Gott gründet. Das erlebe ich tagtäglich im Krankenhaus. Menschen entzünden Kerzen für Patienten und Familienangehörige, mit dem Wunsch nach Heilung oder auch nach gelingendem Leben. Auch ich entzünde Kerzen im Vertrauen darauf, dass Gott mir nahe ist und mir in meinem Leben beisteht.

Im Neuen Testament betet Jesus für seine Jünger. Er betet für seine Freunde in der Welt und auch für uns: "Vater, bewahre sie vor dem Bösen, bewahre sie in deinem Namen, bewahre sie im Glauben." (Joh 17 Das Abschiedsgebet) Jesus betet für sie und vertraut sie Gott, dem Vater an, damit sie in der Welt bestehen, an Jesu Wort festhalten und gute Wege gehen. Er denkt an seine Freunde. So wie Jesus für seine Jünger betet und sie Gott anvertraut, so kann auch ich die Sorgen und Nöte der Menschen vor Gott tragen. Wer für Menschen betet, denkt vor Gott an sie, er vertraut sie Gott an.

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