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Auf ein Wort

Frohe Ostern!

Von Holger Gehrke

16. April 2017

"Frohe Ostern!" – Am Tage des wichtigsten Festes der Christenheit gilt auch Ihnen, liebe Zuhörer, mein fröhlicher Ostergruß!

Vielleicht ist Ostern für Sie ja auch nicht mehr als der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn – bei hoffentlich bestem Osterwetter! Auch die Kirche hat das Osterfest auf genau diesen alljährlich wandernden Sonntag festgelegt, abhängig vom „Lunisolar“-Kalender.  Das ist ein astronomischer Kalender, die die Sonnen- und Mondphasen beschreibt. Auch Ostern hat nun, genau wie Ebbe und Flut, etwas mit Mond und Sonne zu tun. Und die bewegen sich immerfort. Sie gehen auf und unter und bewirken damit so allerlei auch für uns: Nipptiden und Sturmfluten, elektromagnetische Strahlung oder schlaflose Nächte. Bei Vollmond heult nicht nur der Wolf, sondern manche schlagen dabei auch Bäume im Wald, weil das Holz dann viel länger halten soll. Alles ist und bleibt mit Sonne und Mond in ewiger Bewegung.

"Frohe Ostern!" – für mich ist das aber mehr. Eine ganz neue, ganz andere, eine befreiende Bewegung! Bisher galt und gilt nur das ewige Werden und Vergehen. Geboren werden und wieder sterben. Egal, wie Sonne oder Mond stehen. Egal, ob zu Ostern, Weihnachten oder am Totensonntag.

"Frohe Ostern!" – für mich ist nun der ewige Kreislauf zum Tod durchbrochen. Eine neue Lebens-Dimension erschlossen. Die Dimension der ablaufenden Zeit ist erloschen und der Tod wird keine Gewalt mehr über mich haben. Der Romantiker Emanuel Geibel beschreibt es in seinem Gedicht "Ostermorgen" so:

Wacht auf, ihr Geister, deren Sehnen
gebrochen an den Gräbern steht,
ihr trüben Augen, die vor Tränen
ihr nicht des Frühlings Blüten seht,
ihr Grübler, die ihr fern verloren
traumwandelnd irrt auf wüster Bahn,
wacht auf! Die Welt ist neugeboren,
hier ist ein Wunder, nehmt es an!

Mehr habe ich Ihnen dazu auch nicht zu sagen, nur nochmals:
Frohe Ostern!

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