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Auf ein Wort

Hatespeach und Counterspeach

Von Jeannette Querfurth

19. Februar 2017

160 Tagessätze zu je zwölf Euro. 1920 Euro muss Andreas M. zahlen. Für Facebook-Pöbeleien. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat ihn in dieser Woche verurteilt. Andreas M. hatte auf seiner Facebook-Seite die Bundestagsvizepräsidentin Roth als "linksfaschistische Sau" beschimpft. Außerdem hat er dazu aufgerufen, Roth aufzuhängen.

Dafür ist Andreas M. verurteilt worden. Gut so! Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Obwohl es längst zu einem Raum ungezügelten Hasses geworden ist. Nur weil die Beleidigungen millionenfach auftreten, können nicht alle verfolgt werden. Der Fernseh-Journalistin Anja Reschke wurde anonym angedroht, ihre Kinder zu ermorden. Wer soll so etwas aushalten? Was tun gegen den Hass und das Gepöbel?

Es gibt inzwischen auf Facebook Gruppen, die konsequent nur Kommentare ohne Hass und ohne Hetze verbreiten wollen. Die Facebook-Gruppe #ichbinhier will eine positive Debattenkultur in den sozialen Netzwerken fördern. Über 19.000 Menschen haben sich der Gruppe schon angeschlossen. Hannes Ley, der sie gegründet hat, sagt, dass es ihm einfach um Anstand geht. Die Mitglieder der Gruppe sollen in Internet-Diskussionen bewusst mit Sachlichkeit und Fairness argumentieren, um den Ton positiv zu verändern. Counterspeach nennt sich das. Dem Hass widersprechen. Das ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt zu mehr Menschlichkeit im Netz.

Für einen selbst, wenn man im Eifer eines Wortgefechts in Gefahr gerät loszupöbeln, hilft auf alle Fälle die goldene Regel aus dem Matthäusevangelium: "Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt."

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