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Auf ein Wort

Super Bowl

Von Propst Bernd Kösling, Verden 

5. Februar 2017

In der kommenden Nacht ist es wieder so weit. Etwa 110 Millionen Amerikaner – das ist 1/3 der gesamten Bevölkerung – werden den Super Bowl im Fernsehen verfolgen. Wie immer am ersten Sonntag im Februar. Der Super Bowl ist das Finale der US-amerikanischen-Football-Profiliga. Und ein unglaubliches Fernseh-Event. Der Super-Bowl-Sunday ist schon fast zu etwas wie einem Nationalfeiertag in den Staaten geworden. Ich verstehe nicht viel von den Regeln. Aber es scheint ein Spiel zu sein, für das die Spieler unheimlich viel Ausdauer und Kraft brauchen. Ich kann mir gut vorstellen, wie hart das Training sein muss. Und wie konsequent sich der Lebensstil der einzelnen Spieler dem Ziel des Sieges anzupassen hat. Berühmtheit. Viel Geld. Ansehen – sind die Belohnung dafür.

Sportler sind allerdings nicht die Einzigen, die für ein bestimmtes Ziel bereit sind, hart zu arbeiten. Auf Annehmlichkeiten zu verzichten. Ihren Lebensstil ganz einer bestimmten Sache anzupassen. Berufliches Vorankommen ist so ein Ziel. Manche meiner ehemaligen Schüler erzählen zum Beispiel davon, dass sie nach der Ausbildung und dem Gesellenbrief noch den Meister machen wollen. Obwohl sie beruflich eingespannt sind und schon in einer Beziehung leben. Eltern schwärmen von ihren neugeborenen Kindern. Erzählen aber auch davon, wie radikal sich das Leben ändert. Kaum eine Nacht, in der sie durchschlafen können. Sie können abends nicht mehr – so wie früher – einfach ins Kino gehen. Sie müssen sich einigen, wie sie die berufliche Elternzeit verteilen. Für viele Senioren ändert sich durch die Erkrankung des Partners das ganze Leben. Solange es geht, möchten sie ihren geliebten Mann oder ihre geliebte Frau zu Hause behalten. Zu dem Preis, dass der Traum vom ruhigen Lebensabend sich nicht erfüllt. Damit der Pflegebedürftige nicht ungeduldig wird, musst Du dich beim Einkaufen beeilen. Kaum noch Zeit für die eigenen Bedürfnisse.

Junge Menschen, die noch ihren Meister machen wollen. Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern. Menschen, die sich trotz Einschränkungen um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern: Die Bibel nennt diese und andere Verhaltensweisen Liebe. Liebe, die mir deshalb gut tut, weil sie größer ist als ich selbst. Das Spiel heute Abend ist mit Liebe allein sicher nicht zu gewinnen. Aber fair soll es sein. Spannend soll es sein. Möge der Bessere gewinnen.

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