Livestream

Bremen Eins Serien Auf ein Wort

Jetzt neu: butenunbinnen.de, alles wichtige aus der Region

Auf ein Wort

Hoffnung

Von Elisabeth Brinkmann

18. Dezember 2016

Im Vorbeigehen nahm ich ihn wahr…den Spruch auf dem Kalender. Nach einigen Metern blieb ich stehen. Stand da nicht, was mit "schenken"? Ich ging noch einmal zurück und stellte mich direkt vor den Kalender und las: "Was wir anderen schenken können, ist ganz einfach – Hoffnung." Im Augenblick höre ich meistens nur: "Hast du schon alle Weihnachtsgeschenke zusammen?" oder die Frage: "Hast du noch einen Tipp, ich brauche noch ein Geschenk für meine Tante." Diese Aussage ist ganz anders. Hier geht es nicht um Materielles. Aber vermutlich ist er auch gar nicht für das Weihnachtsfest gedacht. Dennoch, ein nachdenklicher Kalenderspruch so kurz vor Weihnachten. Er lässt mich einen Moment innehalten.

Ich las den Namen darunter und musste mir eingestehen, so wirklich sagte der Name mir nichts. Daniel Berrigan. Aber weil ich den Spruch so ansprechend fand, wollte ich gerne wissen, wer denn wohl dahinter steckt. Das Internet war mir da eine schnelle und große Hilfe. Daniel Berrigan war amerikanischer Jesuitenpater, der dieses Jahr im April im Alter von 95 Jahren starb. Er hatte sich als Schriftsteller, Friedensaktivist und Professor einen Namen gemacht. Er war einer, der gegen Gewalt und Armut aufgestanden ist. Nach dem, was ich da las, passt diese Aussage gut zu ihm. Und sie passt auch so gut zur Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest. Es geht nämlich beim Weihnachtsfest auch nicht nur um Materielles und Schenken.

Und wenn ich nachher die 4. Kerze am Adventskranz entzünde, dann ist dieses Licht für mich ein Hoffnungslicht. Ein Lichtblick mitten in dieser dunklen Jahreszeit. Das heißt auch, selber Hoffnung haben und sie dann überzeugend weitergeben. Denn ohne Hoffnung geben wir uns auf. Hoffnung ist der Motor, der unser Leben positiv gestalten kann.

Ich habe ein sehr schönes Gebet, das ich in Krisensituationen spreche. In einem Abschnitt heißt es: "Mein Gott, schenke mir ehrliche Hoffnung, die von Realitäten ausgeht und trotzdem nicht aufgibt. Weil sie von der Überzeugung ausgeht, dass du eine bessere Welt willst. Gib mir die Redlichkeit selber zu arbeiten für das Gewünschte und Erhoffte." Ich wünsche uns allen einen hoffnungsvollen 4. Advent.

Auf ein Wort
Mehr zur Beitragsreihe "Auf ein Wort"