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Auf ein Wort

3. Advent

Von Elisabeth Brinkmann

11. Dezember 2016

Obwohl die Winterzeit eigentlich eine mehr dunkle Zeit ist, "scheint" sie gerade in den letzten Wochen etwas heller. Heller durch die vielen Lichtdekorationen in und an den Häusern und Wohnungen. Es wirkt für mich alles ein wenig behaglicher und idyllischer. Heute ist der 3. Advent und ich entzünde nachher die 3. Kerze an meinem Adventskranz.

Dieser Adventskranz ist ein wichtiges und bekanntes Symbol, das mich auf das Weihnachtsfest, das Fest der Geburt Jesu Christi vorbereitet. So gilt diese adventliche Zeit auch als eine Zeit der Vorfreude und eine Zeit der Besinnung. Aber Freude – worauf? Und Nachdenken – wozu? In den biblischen Texten der Adventszeit werde ich ermutigt, die Ankunft Jesu Christi zu erwarten. Durch sie werde ich an das große Ereignis – die Menschwerdung Gottes – herangeführt. Doch wie bei jeder Wartesituation muss ich darauf achten, dass mein Warten nicht passiv wird. Jeder, der schon einmal gewartet hat weiß, wie unangenehm das Warten sein kann. Ich glaube, es liegt daran, dass man meint, nichts unternehmen zu können während dieser Wartezeit. Besonders, wenn ich nicht genau weiß, wie lange ich warten muss. Die Adventszeit ist so eine Wartezeit, die ich gestalten oder auch ungenutzt verstreichen lassen kann.

Um diese Wartezeit sinnvoll zu nutzen, ist mehr nötig, als nur die äußere Ausstattung – der Adventskranz und der Adventskalender –, ist auch mehr nötig, als zu sehen, dass alle Weihnachtseinkäufe erledigt sind. Es liegt eine große Chance darin, die adventliche Zeit zu nutzen, um auch innerlich etwas mehr Ruhe und Besinnung zu finden. So werden gerade in dieser Zeit in den Kirchen verschiedene Möglichkeiten zur Meditation und zur Besinnung auch bei Kerzenlicht angeboten. Sie können dabei helfen, etwas leichter zur Ruhe zu kommen. Adventszeit ist aber auch eine Zeit, etwas vom Glanz des Glaubens sichtbar werden zu lassen, auch für die, die sich schwer tun im Glauben.

Ich kann auch sagen, Adventszeit ist eine Zeit, in der eine sonst fast vergessene Güte mobilisiert wird: Die Bereitschaft, an den anderen zu denken, ihn anzunehmen wie er ist und ihm ein Zeichen der Güte zu geben. Advent ist die Chance, etwas von der Liebe Gottes in der Welt sichtbar werden zu lassen.

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