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Auf ein Wort

Stimmungen

Von Propst Bernd Kösling

20. November 2016

Dunkel, trüb, nass. Und sogar schon der erste Schnee und Frost. Nach der Zeitumstellung vor einigen Wochen ist es so richtig Herbst geworden. Diese dunkle Jahreszeit legt sich bei nicht wenigen Menschen auf das Gemüt: Kein Antrieb, Lustlosigkeit und Niedergeschlagenheit. Mir ist es im Gespräch mit Menschen wichtig, sich bei solchen Lebensphasen zunächst einmal nicht zu erschrecken. Wir können und müssen auch nicht immer nur gut "drauf" sein, vor Lebenslust nur so sprühen und ständig "gute Laune" verbreiten. Unsere Seele braucht auch einmal Zeiten, in denen wir die andere Seite des Lebens wahrnehmen und zulassen. Auch mir geht es manchmal so.

Mir tut es in diesen Phasen gut, etwas für mich selbst zu tun: Ich mache es mir dann in den dunklen Abendstunden gemütlich, zünde Kerzen an, lese ein gutes Buch oder schaue mir einen schönen Film an. Als Pfarrer tun mir natürlich auch die kirchlichen Feste gut: Der Martinsumzug mit den Kindern vor einigen Tagen. Er erinnerte an das Teilen des Mantels vor den Toren Amiens, einer französischen Stadt, damit es einem Bettler besser geht. Die leuchtenden Laternen beim Martinsumzug sind ein wunderbares Zeichen dafür, dass gute Taten die Welt heller machen.

Der heutige Toten- bzw. Ewigkeitssonntag der evangelischen Mitchristen. Es wird der Toten und zugleich der Hoffnung gedacht, die uns Christen in unserem Leben begleitet: Der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Uns erwartet am Ende unseres Lebens nicht ein dunkles Loch auf dem Friedhof, sondern das ewige Leben bei Gott.

Wir katholische Christen feiern heute das "Christ-König-Fest". Menschliches Leben ist nicht immer leicht, es gibt so viele Entwicklungen, die manchmal Zweifel am Guten aufkommen lassen. Das Christ-König-Fest erinnert daran, dass Gott der Schöpfer der Welt ist, dass er in seinem Sohn Jesus Christus die Welt retten und nicht richten will und alles zum Guten führen wird.

Es stimmt: Ein schweres Gemüt, Zweifel und dunkle Stimmungen sind Teil unseres Lebens. Sie gehören zu uns. Die Botschaft der Kirchen am Ende dieses dunklen Monats möchte uns Mut machen: Diese Stimmungen auszuhalten und ihnen nicht das letzte Wort zu gönnen, denn das letzte Wort gehört Gott, dem Schöpfer der Welt.

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