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Auf ein Wort

Auftanken

Von Propst Bernd Kösling

25. Juni 2017

Am Donnerstag haben die Sommerferien begonnen. In den kommenden Wochen werden viele von uns von der Arbeit und den Belastungen des Alltags befreit sein. Ich habe Zeit mich zu erholen, Zeit für meine Hobbys, aber auch Zeit für andere. Es ist schön, wenn die Ferienzeit Sie in Ihren Familien näher zueinander bringt und Sie so gestärkt in den Alltag zurückkehren können.

Tag und Nacht. Werktag und Sonntag. Arbeit und Urlaub. Solche Rhythmen prägen das Leben. Sie sind für uns Menschen wichtig. Ich kann nicht immer nur schaffen und liefern, ich brauche Zeiten der Ruhe, des Auftankens und der Auszeiten.

Die Bibel macht noch auf einen weiteren Aspekt aufmerksam, wenn sie sagt: "Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag!" Erst im Abstand, in den Auszeiten, dem Urlaub vollendet sich unsere Arbeit. Es würde der Arbeit etwas fehlen, wenn ich mir nicht diese Zeiten der Ruhe nehmen würde. Sie machen die Arbeit menschlich. Ein wichtiger Aspekt, gerade in Zeiten, in denen fast alle Lebensbereiche nur noch unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet und bewertet werden.

Vom christlichen Menschenbild lerne ich zudem, dass Menschen nicht nur Leib und Geist sind, sondern auch eine Seele haben. Ein Geschenk Gottes an uns. Die Seele ist der Ort, an dem meine Persönlichkeit aufbewahrt ist. Aber auch der Ort, an dem Gott in mir lebendig und gegenwärtig ist. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Zeit des Urlaubs auch zur Pflege Ihrer Seele nutzen können. Und vielleicht können Sie ja auch entdecken, dass Gott Ihnen näher ist, als Sie es manchmal im Alltag spüren können.

Ich möchte aber auch die Menschen nicht vergessen, die nicht in den Urlaub fahren. Weil sie arbeiten müssen oder ihre freie Zeit einfach anders nutzen möchten. Ich denke vor allem an die, die krank sind beziehungsweise sich um einen lieben kranken Menschen kümmern. Mir stehen auch die vielen Menschen vor Augen, die nicht in den Urlaub fahren können, weil sie ihn sich schlichtweg nicht leisten können. Ich wünsche vor allem diesen Menschen, dass sie trotzdem in den kommenden Wochen ein wenig Zeit für sich selbst finden können.

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