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Auf ein Wort

Deutschlands erster Popstar

Von Jeannette Querfurth

14. Mai 2017

"Deutschlands erster Popstar!" Die Bild-Zeitung hat eine Sonderausgabe drucken lassen. Eine Million Exemplare. Gratis. Für Martin Luther. Nicht zu fassen!

Ich habe mir die Augen gerieben, aber es stimmt.  Am Donnerstag legte mir ein freundlicher Mensch die Sonderausgabe auf den Schreibtisch. "Guck mal, schon gesehen?"

18 Seiten Bild-Zeitung über Luther und die Reformation. Sogar richtig gut gemacht, muss ich gestehen. Jede Menge interessant aufbereitete Informationen über die damalige Zeit und das Alltagsleben bei Luthers. Viele Bilder aus seinem Haushalt und wie seine Familie damals lebte. Zum Beispiel was bei ihnen auf den Tisch kam: Bohnen und Speck, mit Karotten und Klößen. Fleisch hatte Seltenheitswert, denn es war sehr teuer.


Natürlich, denn es ist die Bild, gibt es auch ein bisschen Sex and Crime: Hatte Luther nicht gesagt: "In der Woche zwier, schadet weder ihm noch ihr"? Also "zweimal in der Woche Sex" ist für Ehepaare gerade richtig? Eine Expertin weiß, dass das auch ein deutscher Kondomhersteller bestätigt. Na dann!

Und Crime? Luther war ja unter dem falschen Namen "Junker Jörg" auf die Wartburg geflüchtet, als ihn Kaiser und Papst verfolgten?
Für alle, denen das am Ende doch zu viel Information ist, gibt es in der Mitte einen zweiseitigen Luthercomic.

Dann noch ein Sprung in die heutige Zeit. Ein Interview mit Margot Käßmann, der Reformationsbotschafterin. Sie geht nächstes Jahr in Ruhestand und sagt: "Luther ist mein letzter Job."


Außerdem eine praktische Gegenüberstellung, was die evangelische und katholische Kirche heute noch unterscheidet und was sie inzwischen wieder verbindet.


Besonders hübsch sind auf der letzten Seite die Statements von Promis, die erzählen, was ihnen Luther bedeutet. Der Fußballtrainer Jürgen Klopp sagt zum Beispiel: "Luther war ein Kämpfer für die gute Sache. Ein Rebell, damit Menschen ihren Glauben ohne Angst leben können. Ich mag Luther, weil er der Anwalt der kleinen Leute war und viel dafür riskierte, dass wir ein positives Gottesbild haben können."

Es gibt sie also doch, die Momente, in denen Bild bildet.

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