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Auf ein Wort

Reise nach Innen

Von Elisabeth Brinkmann

30. Juli 2017

Diese Woche enden die Sommerferien …. und ich hab´ zurzeit nur ein Lied im Kopf:  „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer....“

Nach all den anfänglich guten Prognosen - standen wir in diesen Ferienwochen doch tatsächlich ein bisschen im Regen. In einigen Regionen sogar reichlich.

Eigentlich schade für all die vielen, die ihren Urlaub in unseren Breiten verbringen. Dabei heißt es doch immer, im Urlaub sollten wir die Seele mal wieder in die Sonne halten. 

Doch Urlaub ist mehr! Urlaub gilt auch als Zeit der Ruhe und Muße. Als eine Zeit für Entspannung und Auftanken neuer Kraft.

Eigentlich ist es dann doch egal, ob die Sonne scheint oder doch einige Tropfen Regen zur Erde fallen.

Es kommt auf die Gestaltung der Urlaubszeit an - sonst geht es uns vielleicht so, wie dem Mann in der folgenden Geschichte, den seine erste Weltreise nach Japan führte. „Er stand vor dem Phönix-Tempel bei Kyoto, der alten Kaiserstadt. Ein Mönch erkundigte sich bei ihm, woher er käme. Der Mann wäre kein echter Europäer gewesen, wenn er ihm nicht seine Reise in leuchtenden Farben geschildert hätte. Begreiflich, dass er vor einem Buddhisten die heiligen Stätten des buddhistischen Glaubens hervorhob. Das Gesicht des Mönchs wurde ernst, immer ernster. Als der Mann geendet hatte, entstand eine Pause. Dann sagte der Mönch, mit dunkler Stimme: “Welch´ ein Schicksal sie haben! Wie leid sie mir tun, dass sie reisen müssen. Ich reise nur nach Innen.“

Zugegeben, wir tun einander nicht unbedingt leid, wenn wir reisen.

Ich würde auch nicht sagen, „reisen müssen“, sondern „reisen dürfen“. Dennoch enthält die Aussage des buddhistischen Mönches etwas, wovor ich gerne flüchte. Die Reise nach innen.

All meine Hetze nehme auch ich oft mit in den Urlaub.

Doch wer im Urlaub Ruhe, Entspannung und Muße finden will, muss seinen Urlaub auch entsprechend gestalten. Wer darauf achtet, wird merken, dass er im Urlaub nicht jeden Tag und jede Stunde gleich gut abschalten kann und zur Ruhe findet.

Ich habe im Neuen Testament einen Satz gefunden, der mir immer wieder hilft. Jesus sagt da zu seinen Jüngern: “Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und ruht ein wenig aus.“  (Mk 6,31)

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