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Die größten Alben aller Zeiten

The Who – "Who's Next"

2. November 2017

Die äußerst erfolgreiche Rockoper "Tommy" und ein legendärer Auftritt beim Woodstock-Festival: Das war Anfang der 70er keine wirklich schlechte Bilanz für The Who. Doch es wurde noch besser. Denn dann kam "Who's Next" mit neun großartigen Songs. "Die größten Alben aller Zeiten". Bernd Schleßelmann über "Who's Next".

Cover "Who's Next" [Quelle: Polydor]
Cover "Who's Next" [Quelle: Polydor]

Die größten Alben aller Zeiten: "Who's Next" [3:16 Minuten]

Als The Who im Sommer 1971 "Who's Next" veröffentlichten, waren Kritiker und Fans gleichermaßen begeistert. Bekennender Who-Fan ist auch der deutsche Musiker Heinz-Rudolf Kunze. Auf seiner Internetseite öffnet er seinen persönlichen Plattenschrank und kürt King Crimson und Jimi Hendrix zu seinen Lieblingsinterpreten. Aber seine ewige Nummer eins ist eindeutig das Album von The Who:

Eigentlich mag ich ja keine Wertungen in dieser Liste machen, aber bei "Who's Next" mache ich definitiv eine Ausnahme, denn das ist für mich mit Abstand die beste Rockplatte aller Zeiten. Hier stimmt einfach jedes Lied, da ist kein Aussetzer drauf. Und wenn diese Scheibe dann mit "Won't Get Fooled Again" orgiastisch ausklingt, fühle ich mich jedes Mal aufs Neue erschlagen und erlöst zugleich. Ach ja, auch produktionstechnisch ist dieses Werk eine Meisterleistung, es wurde ja immerhin schon 1971 aufgenommen.

Heinz-Rudolf Kunze über "Who's Next"

Eine runde Sache

Auch das Musikmagazin "Sounds" hatte nichts zu meckern. Der Redakteur Michael Wallossek kam in seiner Besprechung zu einem ähnlichen Urteil wie Heinz-Rudolf Kunze. Diese Platte sei einfach eine runde Sache:

Die alten Who mit ihrem urwüchsigen, unbekümmerten Sound schimmern immer durch. Zugleich sind aber auch frische Impulse in die Musik eingegangen, sodass der Gedanke an Langeweile nie aufkommen kann. Die Synthesizerklänge, mit denen die Platte beginnt und die ein wichtiges Element - zumindest ihrer Studiomusik - ausmachen, lassen zunächst an alle möglichen anderen Gruppen denken als an The Who. Doch erstaunlicherweise fügt sich der Synthesizer wie selbstverständlich in die Musik ein. Er wird weder zum kolossalen, aber im Grunde hohlen Klangmonstrum aufgebauscht, noch dient er als bloße Geräuschkulisse.

Michael Wallossek über "Who's Next"

"Who's Next" erreichte Platz eins der britischen Charts. In den USA kam das Album bis auf Platz vier. Dort gingen The Who im Sommer 1971 auf Tournee und spielten ihre neuen Songs vor bis zu 18.000 Zuschauern. Konzerte in dieser Größenordnung hatte es vorher noch nicht gegeben. "Wir waren die erste Band, die in Stadien spielte", sagt Pete Townshend. Dabei war "Who's Next" für ihn persönlich ein Desaster. Denn mit seinem ursprünglichen Konzept "Lifehouse" konnte er sich nicht durchsetzen, weil niemand es wirklich verstand. Seine Idee: Menschen sind mit Drähten an ein zentrales Netz angeschlossen und werden mit Unterhaltung "gefüttert". Für eine Rockband sei das zu abgehoben, meinte Roger Daltrey. Doch im Grunde war Townshend seiner Zeit lediglich voraus.

Bernd Schleßelmann

"Who's Next" erschien am 31. Juli 1971 bei Polydor.

Die Songs

Erweiterte Version von 1995
TitelDauer
Baba O’Riley5:08
Bargain5:32
Love Ain’t for Keeping2:10
My Wife3:40
The Song Is Over6:13
Getting In Tune4:50
Going Mobile3:42
Behind Blue Eyes3:41
Won't Get Fooled Again8:32
Pure And Easy [nicht in der Erstveröffentlichung]4:19
Baby Don't You Do It [nicht in der Erstveröffentlichung]5:13
Naked Eye5:22
Water [nicht in der Erstveröffentlichung]6:25
Too Much Of Anything4:24
I Don't Even Know Myself4:54
Behind Blue Eyes [nicht in der Erstveröffentlichung]3:25

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 2. November 2017, 11:50 Uhr

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