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Die größten Alben aller Zeiten

The Rolling Stones – Beggars Banquet

7. September 2017

Am 9. September 2017 erobern sie Hamburg: Die Rolling Stones rocken seit unfassbaren 55 Jahren durch die Welt. In dieser Zeit haben sie mehrere Albumklassiker veröffentlicht, darunter auch "Beggars Banquet" aus dem Jahr 1968. "Die größten Alben aller Zeiten" – Folge 33: Bernd Schleßelmann über "Beggars Banquet".

Cover: Rolling Stones "Beggars Banquet" [Quelle: Decca/Universal]
Cover: Rolling Stones "Beggars Banquet" [Quelle: Decca/Universal]

Albumklassiker: "Beggars Banquet" [3:06 Minuten]

"Street Fighting Man” – die Stones werden politisch

Der  Song "Street Fighting Man" war im Grunde genommen der Soundtrack für das Jahr 1968. Der "Summer of love" war vorbei, die Blumen im Haar verwelkt. Es war das Jahr der Studentenproteste, Anti-Kriegs-Demonstrationen und Rassenunruhen. Der ursprüngliche Titel dieses Liedes lautete: "Did Everyone Pay Their Dues?" Auf Deutsch: "Hat jeder seine Schulden bezahlt?". Die Komposition war praktisch identisch, aber der Text noch völlig anders. In der endgültigen Fassung wurde "Street Fighting Man" der politischste Song der Rolling Stones. Der Text handelt von Tariq Ali, einem britischen Autor, Filmemacher und Historiker pakistanischer Abstammung. Er organisierte 1968 im Rahmen seiner Mitarbeit in der Studentenbewegung öffentliche Demonstrationen gegen Pakistans Militärdiktatur. Von ihm soll auch der mehrfach auftauchende Satz stammen: "The time is right for a palace revolution.” Auf Deutsch: "Es ist Zeit für eine Palastrevolution."

Jagger protestiert gegen Vietnamkrieg

Mick Jagger war im März 1968  in London selbst bei einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg dabei – als einer von rund 25.000 Menschen. Der Marsch auf die amerikanische Botschaft artete in eine Straßenschlacht aus. Zwei Monate später uferte auch bei einer Studenten-Demo in Paris die Gewalt aus. Danach schrieb Jagger den Text, der ausdrücklich keine Aufforderung zur Revolution sein sollte. Und tatsächlich heißt es: "Was kann ein armer Kerl schon tun, außer in einer Rock’n’Roll-Band zu singen. Denn in London, dieser verschlafenen Stadt, ist einfach kein Platz für Straßenkämpfer, nein." Viele amerikanische Radiosender stuften "Street Fighting Man" trotzdem als staatsfeindlich ein und spielten ihn nicht. Der Vorwurf: Anstiftung zur Gewalt. Deshalb wurde die Single, die drei Monate vor dem Album "Beggars Banquet" erschien, zumindest in den USA kein großer Hit.  In Deutschland erreichte sie immerhin Platz sieben in den Charts. Der Song kommt fast ohne elektrische Instrumente aus. Keith Richards hatte die verschiedenen Gitarrenebenen mit der Akustischen aufgenommen und dann mithilfe eines Kassettenrekorders verfremdet. Für ihn steht fest: "Ohne den Vietnamkrieg hätte es `Street Fighting Man` nie gegeben."

Bernd Schleßelmann

"Beggars Banquet" erschien am 5. Dezember 1968 bei Decca.

Titelliste

TitelDauer
Sympathy for the Devil6:18
No Expectations3:56
Dear Doctor3:22
Parachute Woman2:20
Jig-Saw Puzzle6:06
Street Fighting Man3:16
Prodigal Son (Reverend Robert Wilkins)2:52
Stray Cat Blues4:37
Factory Girl2:09
Salt Of The Earth4:47

Dieses Thema im Programm: 7. September 2017, 11:50 Uhr

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