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Ursachen für Rheuma

Schuppenflechte als Auslöser

12. Oktober 2017

Steife Glieder, ein schmerzhaftes Ziehen in den Gelenken – das sind Beschwerden von Rheuma, einer der großen Volkskrankheiten. Nicht nur Menschen höheren Alters sind davon betroffen. Wir haben mit einer Patientin gesprochen, die mit Rheuma lange Zeit auch das altbekannte Klischee verbunden hat.

Hand einer jungen Frau [Quelle: Radio Bremen]
In den Gelenken reisst und zieht es.

"Alte Frauen mit Fingern, die man nicht mehr vernünftig gebrauchen kann, also Krallenhände", sagt Anke Meyer über das Bild, das sie lange mit Rheuma verbunden hat. Seit 13 Jahren weiß sie: Das ist nicht das einzige Gesicht der Krankheit. Meyer hat Arthritis, eine rheumatische Krankheit. Das sieht man ihr nicht an, und als die ersten Beschwerden bei ihr auftraten, war sie selbst sehr überrascht über die Diagnose. "Das hat mit einer Hautkrankheit angefangen", erinnert sich Meyer, "damals wurde mir gesagt, dass diese Schuppenflechte auf die Gelenke gegangen ist. Das war die Diagnose meiner damaligen Rheumatologin."

Auch Kleinkinder können rheumatische Erkankungen bekommen.

Ihre rechte Hand war wochenlang geschwollen, aber Meyer hat nicht vermutet, dass das mit ihrer Schuppenflechte zusammenhängen könnte. Viele seiner Patienten seien so erstaunt wie sie, bestätigt der Rheumatologe Jens Gert Kuipers vom Rotes Kreuz Krankenhaus in Bremen. Ein Großteil habe ein falsches Bild von der Krankheit. "Was in den Köpfen drinsteckt, ist: Rheuma ist die Krankheit der Älteren, insbesondere älterer Frauen", meint der Mediziner. "Heute wissen wir, dass das völlig falsch ist. Rheumatische Erkrankungen können auch Kleinkinder befallen, und viele andere Patienten erkranken, wenn sie 20, 25 oder 30 Jahre alt sind."

Als Anke Meyer die Diagnose bekam, hat sie gleich mit einer Medikamententherapie begonnen. Die absolut richtige Entscheidung, sagt sie heute. Inzwischen kann sie auch wieder Sport machen. "Ich habe damals Tennis gespielt, aber ich konnte keinen Schläger mehr festhalten, weshalb ich damit aufhören musste", erzählt sie, "dann muss man sich eben Sachen suchen, die man machen kann. Ich bin jetzt regelmäßig im Fitnessstudio und jogge gerne."

Oberbegriff für 300 Krankheiten

Ziel einer Rheuma-Therapie ist, dass die Patienten die Lebensqualität behalten. Einige Krankheitsformen kann man inzwischen heilen, die meisten werden durch Medikamente so erträglich wie möglich gemacht. Die Behandlungen sind so vielschichtig wie die Krankheit selbst. "Rheuma ist ja ein Oberbegriff für ungefähr 300 verschiedene Krankheiten", sagt Kuipers, "landläufig wird unter Rheuma heute eine Krankheit verstanden, die mit Beschwerden am Bewegungsapparat einhergeht. Doch nicht nur dieser ist von rheumatischen Erkrankungen betroffen, sondern jedes Organ des Körpers kann betroffen sein."

Nicht nur Tabletten und Therapien, auch eine Umstellung der Ernährung kann helfen. Anke Meyer hat sich beraten lassen und daraufhin lange Zeit tierische Eiweiße weggelassen – mit Erfolg. "Das habe ich die ersten zwei Jahre rigoros durchgezogen und ganz viel zu Hause selbst gemacht, was mir auch geholfen hat", meint sie, "ich habe mich damit auch besser gefühlt."

Rheumatische Erkrankungen kommen "schicksalhaft"

Schwer zu sagen ist immer noch, wie man sich vor Rheuma schützen kann. Viele Krankheitsbilder sind erblich bedingt, aber es gibt ein paar wenige Vorbeugungsmaßnahmen. "Einer der wichtigen Auslöser, die man vermeiden kann, ist das Rauchen", erklärt der Mediziner, "das ist ein Risikofaktor für die Entstehung rheumatischer Erkrankungen." Ein weiterer Punkt sei laut des Rheumatologen Übergewicht. Wer sich gesund ernährt und Sport treibt, kann die Gefahr senken. Doch viele rheumatische Erkrankungen kämen "schicksalhaft", meint Kuipers, "auch wenn man eine perfekte Lebensführung an den Tag gelegt hat."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 12. Oktober 2017, 10:50 Uhr

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