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Bremerhaven

Geschützte Vögel behindern Schleusenarbeit

31. Mai 2017

Die Kaiserschleuse in Bremerhaven ist für die großen Schiffe die Hauptzufahrt in die Häfen. 300 Meter lang, 55 Meter breit und 13 Meter tief. Momentan ist allerdings Ausnahmezustand an der Schleuse: Denn hier brüten geschützte Fluss-Seeschwalben – Arbeiter und Schiffe müssen darauf Rücksicht nehmen.

Flussseeschwalbe an der Kaiserschleuse [Quelle: Radio Bremen]
Eine von rund 800 Flussseeschwalben, die an der Kaiserschleuse brüten.

An der Kaiserschleuse in Bremerhaven ist schwer was los – aber nicht nur wegen des Schiffsverkehrs. Fast 80 Fluss-Seeschwalben nisten hier in rund 40 Nestern, die genauen Zahlen sind noch nicht ermittelt. Sie haben die Westseite der Schleuse zum Brüten eingenommen und das zum ersten Mal, sagt Robert Howe, Chef der Hafengesellschaft Bremenports. Die Vögel stehen auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten – und beeinträchtigen so die Arbeit an der Schleuse.

Jetzt sind wir für die nächsten sechs Wochen beim Betrieb, insbesondere beim Schleusenbetrieb, gefordert. Die Lotsen und der Hafenkapitän mit seiner Mannschaft sind dabei, nur die Ostseite der Schleuse belegen zu lassen.

Robert Howe, Bremenports

Weil die Tiere auf der Roten Liste stehen und streng geschützt sind, dürfen sie nicht gestört werden. Das Schleusenpersonal muss von den Brutstätten Abstand halten. Das ist auch für die Menschen besser so, denn brütende Fluss-Seeschwalben können richtig ungemütlich werden und würden auch nicht davor zurückschrecken, jemanden anzugreifen. Sie sind an ihrem gegabelten Schwanz und dem rotem Schnabel mit schwarzer Spitze zu erkennen.  

Keine Einschränkung des Schiffsverkehrs

Auch wenn die Arbeit an der Schleuse beeinträchtigt ist, der Schiffsverkehr ist es nicht. Die Schleuse bleibt ganz normal im Einsatz. Aber vom Hafenamt heißt es, bei viel Betrieb könnte ein weiterer Schlepper notwendig werden, um die Schiffe in der Schleuse auf Position zu halten. Jeden Tag gehen mehrere große Schiffe durch die Schleuse. Offenbar lassen die Tiere sich davon aber nicht wirklich stören, genausowenig wie vom Seestadtfest, das am letzten Wochenende viele Menschen in den Hafen gelockt hat.

Von den Tropen in die Kaiserschleuse

Länge: 53 Sekunden
Datum:
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Fluss-Seeschwalben sind Zugvögel und fliegen bis in die Tropen. Thomas Wieland, Landschaftsplaner von Bremenports, kennt den Grund, warum die Tiere sich ausgerechnet hier niedergelassen haben. Denn der eigentliche Lebensraum der Fluss-Seeschwalben gehe immer weiter verloren. Die Tiere brüten normalerweise im natürlichen Flussgebiet auf offenen Sandflächen oder auf Salzwiesenflächen. In der Schleuse finden die Vögel durch den künstlich aufgebrachten Schotter eine ähnliche Struktur vor, wie auf einem Sand- oder Schotterfeld. Das sage ihnen zu, so der Landschaftsplaner.

Bremenports hofft jetzt, dass die Tiere sich bald eine alternative Brutstätte suchen. Überlegt wird auch schon, in der Nähe ein Floß festzumachen, das als Brutstätte hergerichtet wird.

Autor: Dirk Bliedtner / Tammo Jans

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 31. Mai 2017, 13:20 Uhr

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