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Bioprodukte im Plastikmantel

Bio, aber auch öko?

12. Mai 2017

Fast 50 Prozent der Deutschen greifen inzwischen regelmäßig zu Bioprodukten. Nicht selten landen dabei einzeln in Folie verpackte Artikel im Einkaufswagen. Bioprodukte im Plastikmantel? Bremen-Eins-Reporter Rudy Schönborn sprach mit Handel und Verbraucherschutz über Sinn und Alternativen.

Bioprodukte sind im wahrsten Sinne des Wortes immer mehr in aller Munde. Fast 50 Prozent der Deutschen greifen inzwischen regelmäßig zur Ökoware. Nicht selten landen dabei einzeln in Folie verpackte Artikel im Einkaufswagen. Bioprodukte im Plastikmantel? Bremen-Eins-Reporter Rudy Schönborn ist dem nachgegangen.

Autor/-in: Rudy Schönborn
Länge: 3:02 Minuten
Datum: Donnerstag, 11. Mai 2017
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Die Obst- und Gemüsetheke in einem Spar-Supermarkt in der Bremer Neustadt lockt die Kunden mit knackig grünen Gurken, saftig roten Tomaten und prallen gelben Bananen an. Wenn Marktleiter Björn Harste seine Ware sortiert, achtet er dabei darauf, dass sich Bioprodukte klar von konventionellen unterscheiden lassen. Denn konventionelle und Bioware lasse sich von den Mitarbeitern an der Kasse nicht einfach identifizieren. Das müssen die Kassierer, um den Preisunterschied zu erkennen, so der Marktleiter.

Rote Spitzpaprika in Plastik verpackt [Quelle: Radio Bremen, Tammo Jans]
In Bioläden und auf zertifizierten Wochenmärkten ist Biogemüse und Obst auch lose zu bekommen. [Quelle: Radio Bremen, Tammo Jans]

Das Prädikat "Bio" ist bei Obst und Gemüse für viele Kunden kaufentscheidend – gesund, hochwertig und nachhaltig. Doch gerade beim Wort "nachhaltig" wird man nachdenklich, sind doch ausgerechnet Bioprodukte in vielen Fällen folienverpackt. Doch das ist kein Widerspruch, weiß Harste. Denn konventionelle Produkte würden in größerer Zahl verkauft. Würden die verpackt werden, gäbe es viel mehr Verpackungsmüll.

Erkennbarkeit gesetzlich geregelt

Laut einer EU-Verordnung muss jedes Bioprodukt klar erkennbar sein. Ein Siegel oder Stempel direkt kann die Schale beschädigen, und das Produkt würde schneller schimmeln. Aufkleber wiederum sondern Klebstoff ab, sind farbig bedruckt, könnten also Spuren hinterlassen. Banderolen gehen schnell verloren. Papier hat den ganz großen Nachteil, dass die Kunden die Ware auch sehen möchten. Sie würden die Verpackungen aufreißen, und am Ende hätten die Händler wieder ausgepackte, lose Ware, erklärt der Marktleiter. Also löst der Handel das Problem derzeit mit etikettierbaren Plastikverpackungen.

Drei Millionen Tonnen Verpackungsmüll im Jahr

Laut Umweltbundesamt steigt der Plastikverpackungsmüll seit Jahren stetig an, auf zuletzt knapp drei Millionen Tonnen pro Jahr. Eine Lösung könnte ein Laserlogo sein, welches direkt auf die Schale von Bioprodukten gebrannt wird. Das Verfahren wird gerade getestet. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg sieht den Handel auf dem richtigen Weg. Man müsse sich genau angucken, welche Auswirkungen das für den Verbraucher habe, aber das sei schon ein Schritt in die richtige Richtung, so Valet. Bisher haben die Verbraucherschützer nur die Angaben des Herstellers vorliegen. Es sollte noch von behördlicher Seite überprüft werden, ob für den Verbraucher Nachteile entstehen können.

Biowochenmärkte und Spezialgeschäfte bieten Unverpacktes

Wer auf die Plastikverpackungen verzichten möchte, kann übrigens auch zu einem zertifizierten Biowochenmarkt oder in einen Biosupermarkt gehen. Da dort ja alles Bio ist, müssen die Produkte nicht unterschiedlich deklariert werden. Verwechslungen, wie in einem konventionellen Supermarkt, sind ausgeschlossen. Natürlich können Packungen gänzlich auch in plastikfreien Supermärkten vermieden werden. Diese Trendläden gibt es aber bisher noch nicht oft.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 11.05.2017 10:50 Uhr.

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